Verfügbarkeitsanzeige / Disponibilité dans la liste des Résultats

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In den Feedbacks der Nutzerumfrage 2017 wurden nicht wenige Verbesserungswünsche und Ideen geäussert (vgl. auch unseren Beitrag vom letzten Sommer). Von diesen haben wir unter anderem folgendes aufgegriffen:

Verfügbarkeitsanzeige in der Ergebnisliste

Der Weg von der Recherche nach Medien bis hin zur Verfügbarkeitsanzeige (unter „Standorte & Bestellen“) kann bisweilen umständlich bzw. mit einigen Klicks verbunden sein. Deshalb findet man neu bereits in der Ergebnisliste einer Recherche einen ersten Hinweis auf die Verfügbarkeit.

Screenshot zur Verfügbarkeitsanzeige
Mit einem Klick auf „6 Bibliotheken“ zeigt sich in der Liste der besitzenden Bibliotheken neu bereits neben dem Namen, ob ein Medium verfügbar ist.
Mit einem Häkchen markiert werden alle Medien, die nicht ausgeliehen sind oder grundsätzlich online zur Verfügung stehen (ohne speziell zu prüfen, ob die Verfügbarkeit auch für eine konkrete Nutzerin gilt – bspw. ob ich als Studentin der Universität Bern Zugriff auf ein lizenziertes e-Book der ETH Zürich habe).
Ebenso markiert wird, wenn ein Medium ausgeliehen ist.

Einige Bibliotheksnetzwerke bieten diese Art von Informationen nicht in einer brauchbaren Weise an (bzw. sie kann nicht klar zugeordnet werden), so dass diese Informationen nicht immer angezeigt werden. Wir arbeiten derzeit daran, die Übersicht möglichst zu vervollständigen.

Bessere Bibliothekssuche / Meilleure recherche par bibliothèques

Deutsche Version Version française

In den Feedbacks der Nutzerumfrage 2017 wurden nicht wenige Verbesserungswünsche und Ideen geäussert (vgl. auch unseren Beitrag vom letzten Sommer). Basierend auf den eingegangenen Vorschlägen haben wir uns in letzter Zeit um die Qualität und die Funktionen der Recherche gekümmert.

Strukturierte Bibliotheksfacette

Auf der rechten Seite der Ergebnisliste wurde eine neue Suchfacette hinzugefügt. Diese ermöglicht, die Ergebnisse nach Kanton und Bibliothek zu filtern und bringt so mehr Übersicht in die Facette.

Meine Bibliotheken ❤

In Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihre Favoritenbibliotheken zu meinen Bibliotheken hinzufügen. Nachdem Sie sich angemeldet und eine Suche durchgeführt haben, werden die ausgewählten Bibliotheken in Meine Bibliotheken rechts unter Suche verfeinern angezeigt. Sie können nun mit einem Klick in den Beständen einer dieser Bibliotheken suchen. Darüber hinaus zeigt Ihnen das Herzsymbol ❤ in der Ergebnisliste an, ob der Titel in einer Ihrer Favoritenbibliotheken verfügbar ist.

Karte der Bibliotheken

Eine Karte aller Bibliotheken in swissbib ist ab sofort verfügbar. Insbesondere können Sie so die Bibliotheken finden, die Ihrem aktuellen Standort am nächsten liegen. Unterwegs können Sie die Ergebnisse ganz einfach nach der Bibliothek in Ihrer Nähe filtern.

https://www.swissbib.ch/Libraries

Erweiterte Suche

In der erweiterten Suche ist es möglich, die Ergebnisse auf eine oder mehrere Bibliotheken zu beschränken.


Wie immer freuen wir uns über Feedbacks und Ideen, was wir noch besser machen könnten – in der Kommentar-Funktion des Blogs oder per E-Mail.

swissbib version 5

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Seit etwas mehr als zwei Monaten stellt swissbib Schritt für Schritt auf Version 5 um. Viele Komponenten der Software, die swissbib bilden, wurden aktualisiert.

Benutzeroberfläche (VuFind)

Für unsere Benutzeroberfläche verwenden wir die Open-Source-Software VuFind. Mit dem jüngsten Update arbeiten wir nun mit VuFind Version 5. Dieses Update bringt für swissbib folgende wichtigsten Verbesserungen mit sich:

  • VuFind 5 ist vollständig kompatibel mit der Bibliotheksverwaltungssoftware Alma von Ex Libris. Durch die Verwendung der APIs von Alma ist es nun auch möglich, direkt in VuFind Ausleihen einzusehen, Dokumentenlieferungen aufzugeben, ein neues Konto zu erstellen usw. Dies könnte nicht nur bei den heute bereits im Einsatz befindlichen Alma-Systemen (bspw. Alexandria-Verbund, Nationalbibliothek) helfen, sondern auch beim kommenden Verbund SLSP.
  • Dank verschiedener Optimierungen ist VuFind 5 schneller als seine Vorgängerversion. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass auch das von VuFind verwendete Zend Framework aktualisiert wurde. Die heute eingesetzte Version 3 von Zend hat ebenfalls wichtige Weiterentwicklungen zu seinen Vorgängern erfahren.
  • VuFind 5 ist mit dem neuen Europäischen Datenschutzgesetz (DSGVO) kompatibel.
  • Viele weitere Verbesserungen sind online dokumentiert.

Suchmaschine (Apache Solr)

Für unsere Suchmaschine verwenden wir die Open-Source-Software Apache Solr. Wir arbeiten nun mit der Version 7.3 dieser Software (statt der Version 4). Derzeit verfügt swissbib über 30 Millionen Dokumente. Bisher haben wir eine „Master-Slave“-Konfiguration verwendet, d.h. die 30 Millionen Dokumente wurden auf jede Maschine kopiert, die als Suchmaschine diente. Dabei stiessen wir an die Grenzen der Machbarkeit einer solchen Architektur. Beim Upgrade auf Version 7 verwenden wir nun eine SolrCloud-Konfiguration. Das bedeutet, dass die Suche auf mehrere Maschinen verteilt wird. Derzeit setzen wir 4 Maschinen ein, die etwa 7,5 Millionen Dokumente enthalten. Dies ist zwar etwas komplizierter zu konfigurieren, hat aber den grossen Vorteil, dass bei zunehmender Dokumentanzahl einfach Maschinen zur Beibehaltung der Performance hinzugefügt werden können.

Linked Data

Auch die Prozesse, die die swissbib-Daten in verknüpfte Daten umwandeln, wurden aktualisiert, insbesondere die Software Metafacture 5, was bereits dazu geführt hat, dass doppelt so viele Autoren in swissbib mit Wikipedia verknüpft sind (vgl. früheren Blog-Artikel zu den Knowledge Cards). Um dies zu sehen, klicken Sie einfach auf das kleine „i“ neben dem Namen eines Autors, z.B. https://www.swissbib.ch/Record/162961022.

Ausblick

Nach diesen wichtigen Updates unserer Infrastruktur sind wir nun in der Lage, neue Funktionen viel einfacher zu implementieren. Einige unserer Projekte der kommenden Monate:

  • Anzeige der Dokumentenverfügbarkeit direkt in der Ergebnisliste
  • Hinzufügen einer Kantons-Facette mit einer Unterfacette je Bibliothek, die es ermöglicht, die Suche gezielt nach Bibliotheken einzuschränken
  • Deutliche Zunahme der Anzahl an Links zwischen den in swissbib präsentierten Autoren (Knowledge Cards) und ihren Entsprechungen auf Wikipedia
  • Verbesserung der Suchqualität und der Vorschläge, wenn keine Ergebnisse gefunden wurden
  • Bessere Dedublierung der Ergebnisse
  • Möglichkeit der Abstimmung und Anreicherung von Daten mit swissbib über OpenRefine und data.swissbib.ch

Was ist neu in swissbib? / Quoi de neuf dans swissbib?

Deutsche Version Version française

Liebe Blogleserinnen und Blogleser
In diesem Jahr war es relativ ruhig auf unserem Blog! Dabei gibt es eine Menge neue Funktionen, die wir schon längst vorstellen wollten. Mit dem hier folgenden Überblick holen wir das nun nach. Wir freuen uns auf eure kundige Einschätzung und euer Feedback.

Datenquellen

Die Dokumente der folgenden Quellen sind neu in swissbib zu finden:

Bis zum Jahresende werden wir ausserdem noch die folgenden Quellen integrieren:

  • Die im Volltext frei zugänglichen Dokumente der Forschungsplattform Alexandria der Universität St. Gallen.
  • Der Bestand der Kantonsbibliothek Thurgau

Nationallizenzen

Seit einigen Monaten haben Nutzer mit einem ständigen Wohnsitz in der Schweiz Zugang zu über 6 Millionen Dokumenten aus dem Projekt Nationallizenzen. Der Zugang und die Registrierung erfolgt über swissbib, in Partnerschaft mit dem Projekt SWITCH edu-ID (in swissbib anschauen).

Über die Nationallizenzen wird zudem die Open-Access-Publikation von Artikeln ermöglicht, die von Autoren, die einer Schweizer Institution angegliedert sind, verfasst wurden. Die betroffenen Metadaten und Volltexte wurden von swissbib aufbereitet und über RERO DOC veröffentlicht. Die Daten stehen auch für die Integration in die Institutionellen Repositories der Schweizer Hochschulen zur Verfügung.

Weitere Informationen sind in unserem Schlussbericht zum Projekt Nationallizenzen zu finden.

Linked Open Data

Das Projekt linked.swissbib.ch wurde Ende April 2017 abgeschlossen. Wir sind gegenwärtig damit beschäftigt, die Projektergebnisse im Hinblick auf eine Integration in swissbib zu konsolidieren.

Ein wichtiger Schritt war die Identifizierung und Kennzeichnung der offenen Metadaten. Wir freuen uns, dass inzwischen 85 % aller Daten von swissbib als Public Domain zugänglich sind (anschauen).

Für die Neugierigen unter euch: Werft gerne einen Blick auf data.swissbib.ch und linked.swissbib.ch, um zu sehen, was euch zukünftig erwartet. Die Portale sind aber erst als Beta-Version veröffentlicht. Wir befinden uns noch in der Konsolidierungsphase.

In einer Artikelserie in unserem Blog haben wir die verschiedenen Prozesse beschrieben. Ausserdem wurde ein Artikel zum Thema Interlinking Large-scale. Library Data with Authority Records publiziert.

Neue Funktionen

  • Verbesserte Facettensuche: Es ist neu möglich, Suchbegriffe durch Klicken auf das Kreuz rechts des Begriffs auszuschliessen. Mehrere gewählte Themen werden durch UND verknüpft. Die anderen Begriffe (Autoren, Sprache usw.) werden durch ODER verknüpft. Die gewählten sowie die ausgeschlossenen Suchbegriffe sind im Bereich «Filter löschen» sichtbar (weitere Informationen).
  • Verbesserte Anzeige der Hierarchie in den Archivbeständen: Zahlreiche Archivbestände sind in einer hierarchischen Struktur geordnet. In bestimmten Fällen kann diese Struktur im Reiter «Archive/Bestände» in swissbib angezeigt werden. (Beispiel).

Informationen zum System

  • Unser Datenverarbeitungstool CBS läuft inzwischen auf Version 8.
  • Das Update zur Version 4 unseres Discovery Tools VuFind ist praktisch abgeschlossen.
  • Alle unsere Server laufen nun unter Ubuntu 16.04.
  • Wir haben ein neues Statistik-Tool eingeführt, das auf der Analyse der Logs mit Elastic, LogStash und Kibana basiert.
  • Wir haben Sahi für automatisierte Tests der Web-Interfaces eingeführt.

Strategie und Zukunft von swissbib

Ende März 2018 wird die Finanzierung von swissbib durch swissuniversities auslaufen. Gegenwärtig sind wir dabei ein Modell der direkten Finanzierung durch die Bibliotheken einzuführen. Ausserdem planen wir die Integration von swissbb in die Swiss Library Service Platform (SLSP).

In diesem Rahmen:

Und zum Schluss noch einige Zahlen

swissbib zählt heute:

  • Über 30 Millionen Dokumente
  • Über 100 Millionen Exemplare, die in Schweizer Bibliotheken, Archiven oder online zugänglich sind
  • 90’000 Besucherinnen und Besucher pro Monate, die in dieser Zeitspanne 1,3 Millionen Seiten besuchen
  • 5 Personen, die am Projekt arbeiten (das Pensum entspricht 3 Vollzeitstellen)

tub.find 3 im Normalbetrieb

Nach der Rückstellung von tub.find Anfang Juli haben wir inzwischen doch den Sprung geschafft und vor einigen Wochen tub.find 3 mit PAIA in den Regelbetrieb überführt. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten mit Vormerkungen gab es keine weiteren (größeren) Probleme mehr, so dass tub.find jetzt stabil auf VuFind3-Basis läuft.

Mittlerweile haben wir auch einen Bibliotheksaccount bei github, auf den wir den aktuellen Quellcode von tub.find überführt haben. Ab sofort findet sich die laufende Version des Quellcodes auf https://github.com/tubhh/vufind (im Branch tubfind3).

Swissbib data goes linked, Partie 3: Présentation des données enrichies

Deutsche Fassung

Swissbib data goes linked

Partie 1 | Partie 2 | Partie 3 | Partie 4

Le but du projet linked.swissbib.ch de la CUS P-2 est de relier et d’enrichir quelques 20 bases de données bibliographiques de toute la Suisse avec des contenus d’autres sources telles que DBpedia et VIAF. Les défis comprennent dans ce contexte la modélisation et le mapping des données, leur interconnexion,

Swissbib data goes linked 3: Präsentation der angereicherten Daten / Présentation des données enrichies

Deutsche Version Version française

Serie „swissbib data goes linked“
Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4

Das SUK P-2-Projekt linked.swissbib.ch hat zum Ziel, die Daten aus etwa 20 Schweizer Such- und Datendiensten zu verlinken und mit Inhalten aus anderen Quellen wie z.B. DBpedia und VIAF anzureichern. Zu den Herausforderungen in diesem Kontext gehören die Datenmodellierung und das Mapping, die Verknüpfung der Daten, aber auch deren Darstellung bzw. die dazugehörigen Benutzeroberflächen (GUI). Letzteres ist Thema dieses Blogbeitrags.

Abb. 1: Übersicht über die für linked.swissbib erstellten Features und Seiten gegliedert nach Inhaltstyp (Instanz, Werk, Autor, Thema) sowie nach Seitentyp (Startseite, Übersichtsseiten, Trefferseiten, Detailseiten, Knowledge Cards)

Die Erweiterung der Daten und deren neuartige Struktur ermöglichen eine Vielzahl neuer Features und Funktionen, um welche konventionelle Bibliothekskataloge erweitert werden können. Im Projekt linked.swissbib.ch setzt sich das Schweizerische Institut für Informationswissenschaft (SII) an der HTW Chur mit der Erstellung geeigneter Benutzerschnittstellen-Konzepte sowie deren Implementierung (inkl. Suchfunktionalitäten) auseinander. Die Arbeiten können grob in drei Schritte unterteilt werden:

Schritt 1: Ermittlung des State-of-the-Art von LOD-Portalen

Zu Beginn des Projekts wurde eine Analyse der Nutzung von Linked (Open) Data im Kontext von Bibliotheken und wissenschaftlichen Informationsdiensten durchgeführt. Hierfür wurden rund ein Dutzend LOD-Portale (z.B. data.bnf.fr; datos.bne.es) verglichen und Literaturrecherchen realisiert. Mit Hinblick auf die Erstellung eines Portals, das die Suche in den vernetzten Wissensstrukturen sowie deren Visualisierung zulässt, wurde so systematisch der State-of-the-Art in diesem Bereich erhoben.

Abb. 2: Auswahl von Autosugget-Funktionen verschiedener LOD-Portale im bibliothekarischen Bereich

Dabei ging es einerseits darum, Know-How hinsichtlich Einsatzszenarien und potentiellen Mehrwerten aufzubauen, die sich mit einem offenen, flexiblen Datenmodell realisieren lassen. Andererseits war es das Ziel, auf der Basis der State-of-the-Art-Analyse Hinweise zur Realisierbarkeit von Features zu gewinnen und Prioritäten für die Umsetzung von Funktionalitäten für das Portal linked.swissbib zu definieren. Gleichzeitig konnte so auch die Eignung des vorgesehenen Datenmodells überprüft sowie Abstimmungen des Datenmodells und des geplanten Funktionsumfangs vorgenommen werden.

Schritt 2: Prototyp

Auf Basis dieser Analysen wurde mit Hilfe der Software Axure RP ein interaktiver Prototyp des GUI entwickelt. Dieser orientiert sich am Look-and-Feel des Metakatalogs swissbib, wie er heute für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht (www.swissbib.ch). Das GUI-Konzept sowie das Interaktionsdesign des bestehenden Katalogs wurden erweitert, um den neuen Möglichkeiten, die sich aus der Datenverlinkung für die Bereitstellung von zusätzlichen Inhalten ergeben, Rechnung zu tragen.

Abb. 3: Für jede Seite des Prototyps wurde im Rahmen der Erstellung des Interaktionskonzepts ein Clickstream visualisiert, welcher wiedergibt, was bei einem Klick auf ein bestimmtes Element geschieht. Auf diesem Beispiel ist der Clickstream für eine Trefferseite (Tab Autorenseiten) abgebildet.

Die erste Version des Prototyps entstand kurz nach Projektstart, also einem noch frühen Stadium des Projekts, zu welchem die Art und der Umfang der (angereicherten) RDF-Daten noch nicht vorlagen bzw. noch nicht bekannt waren. Dies barg den Vorteil, dass ohne Einschränkungen entworfen werden konnte und der Designprozess (in dieser ersten Phase) keinen Einschränkungen unterworfen war. Der Prototyp wurde daher entwickelt ohne Anspruch auf eine vollständige Umsetzung aller Features und Funktionen innerhalb des Projekts linked.swissbib und stellt vielmehr ein Ideal dar, welche die Möglichkeiten von Linked Data im Rahmen von swissbib aufzeigen soll. Der Prototyp beinhalt bereits eine Festlegung der Angaben (z.B. Auswahl biografischer Daten etc.), die definitive Auswahl hängt jedoch stark davon ab, welche Daten am Ende des Projekts vorhanden sein werden, was zu ständigen Anpassungen der Oberflächenfunktionen führt.

Abb. 4: Via Klick auf ein Icon, welches sich in diesem Fall auf der Trefferliste (Tab Themenseiten) befindet, wird eine Kurzform der Detailseite des Themas „Historische Geografie“ einblendet.

Die prototypische Benutzeroberfläche wurde entsprechend im weiteren Verlauf auf Basis der wachsenden Datengrundlage sowie aufgrund des Feedbacks der Projektbeteiligten kontinuierlich weiterentwickelt und auch bereits ersten Benutzer-Evaluationen unterzogen (einerseits im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Bachelor-Studiengang Information Science der HTW Chur andererseits in mehreren Bachelor-Arbeiten).

Abb. 5: Detailseite Autor: Diese Seite aggregiert Angaben zu einem Autor (z.B. Lebensdaten, assoziierte Bewegung oder Stilrichtung, verwandte Personen), welche grösstenteils in einem Akkordeon („Mehr Details anzeigen“) untergebracht sind. Zusätzlich bieten Untermodule Links zu Medien sowie anderen Detailseiten und Knowledge Cards.

Der aktuelle Prototyp umfasst unter anderem folgende Features und Seiten, welche das Funktions- und Informationsangebot des bisherigen Katalogs erweitern (siehe Abb. 1 für eine grafische Übersicht):

  • Eine erweiterte Autocomplete-Funktion (siehe Abb. 6), welche nicht nur Literatur und Medien aufführt, sondern auch (FRBR-) Werke, Personen und Themen (Schlagworte) und diese als solche kennzeichnet. Die verlinkten und angereicherten Daten ermöglichen ausserdem die Suche in Pseudonymen, alternativen Schreibweisen, anderen Sprachen etc.
  • Detailseiten für Werke (Werkseiten), Autoren (Autorenseiten) und Themen (Themenseiten) (siehe Abb. 5). Hierbei handelt es sich um Aggregationsseiten mit zusätzlichen Angaben zu einem Werk (z.B. Kurzzusammenfassung des Inhalts), Autor (z.B. Lebensdaten, assoziierte Bewegung oder Stilrichtung, verwandte Personen) oder Thema (z.B. über- und untergeordnete Begriffe). Neben den Zusatzangaben sind hier auch „Module“ bzw. Empfehlungen vorhanden, welche zum einen auf Literatur (Medien über einen Autor, Literatur zu einem Thema etc.), aber auch auf andere Detailseiten verweisen (Autoren mit ähnlichen Themen, Werke von Autoren derselben Bewegung, mit einem Autor in Verbindung gebrachte Themen etc.).
  • Übersichtsseiten für Werke, Autoren und Themen, welche als Browsing-Einstieg dienen sollen. Der Nutzer kann hier im Pool von Detailseiten stöbern und die Suche mittels Filter weitereinschränken.
  • Geclusterte Trefferseiten (erreichbar via Suche oder Browsing) mit vier Tabs (siehe Abb. 3 und Hintergrund von Abb. 4): Neu können in der Trefferliste nicht nur Literatur und Medien aufgelistet werden, sondern auch die Detailseiten, wobei für jeden Typ Detailseite (Werkseiten, Autorenseiten und Themenseiten) ein eigenes Tab zur Verfügung steht. In jedem Tab sind die Filter mit Bezug auf Literatur und Medien, Werke, Autoren bzw. Themen angepasst.
  • Knowledge Cards (siehe Abb. 4) für Werke, Autoren und Themen, welche via Klick auf ein Icon eine Kurzform der Detailseite (des entsprechenden Werks, Autors oder Themas) einblenden. Dies ermöglicht eine schnelle Orientierung zu Werk, Autor oder Thema.

Schritt 3: Implementierung

Im Sommer 2015 wurde damit begonnen den Prototyp innerhalb des für linked.swissbib.ch genutzten Discovery Systems VuFind (Zend-Framework) zu implementieren. Die Umsetzung erfolgte dabei zunächst in Form von statischen Webseiten (HTML, CSS) mittels statischer Dummy-Daten. Anschliessend wurde damit begonnen, die Seiten so zu adaptieren, dass deren Inhalte/Daten dynamisch über Abfragen des Suchmaschinenindex‘ (Elasticsearch) aufgebaut werden.

Abb. 6: Erweiterte Autocomplete-Funktion, die Treffer geclustert nach Literatur und Medien, Werke, Autoren sowie Themen vorschlägt und auf eine Trefferliste (grün, „Alle Ergebnisse anzeigen“) oder direkt auf Detailseiten (grau) verlinkt.

Ein wichtiger Bestandteil der Implementierung ist die Integration neuer Suchfunktionalitäten für die Elasticsearch Suchmaschine, welche die Präsentation der verlinkten und angereicherten Daten überhaupt erst zulassen. So wurde beispielsweise eine Multisearch implementiert, welche es erlaubt, mit einer einzigen Abfrage in mehreren „Datentypen“ (also z.B. Werk und Person und Thema) nach dem gleichen Suchparameter (z.B. einer ID) zu suchen. So können zum Beispiel im Falle der Autorenseite anhand der Autoren-ID auch verknüpfte Daten abgerufen werden (z.B. Bild, Lebensdaten, Kurzbiografie). Zusätzlich wurde ein AJAX-Controller in linked.swissbib integriert, welcher es ermöglicht, Daten ohne einen kompletten Page Reload nachzuladen. Anwendung findet dieser beispielsweise in der Knowledge Card: Wird Schiller auf Goethes Autorenseite im Modul „Autoren derselben Epoche“ aufgeführt, kann Schillers Knowledge Card mit Daten befüllt werden, ohne dass die komplette Seite neu geladen werden muss.

Eine weitere Ergänzung, welche bereits implementiert ist, stellt die neu eingebaute bzw. verbesserte Autocomplete-Funktion dar. Hierfür wurde die Bibliothek typeahead.js von Twitter verwendet.

Ausblick

Das Autocomplete, die Personenseiten sowie die Knowledge Cards wurden bei der Umsetzung prioritär behandelt. Diese Elemente sind in der Entwicklung entsprechend am weitesten fortgeschrittenen. In einem nächsten Schritt werden nun Seiten und Funktionen mit Bezug zu Themen (z.B. Themenseite) in Angriff genommen.

TUBfind goes VuFind 2

Fast sechs Jahre lang haben wir TUBfind auf Basis von VuFind 1.x betrieben. Seit heute haben wir auf die „neue“ Softwarebasis VuFind 2 (die nun auch schon 2 1/2 Jahre alt ist) umgestellt.

Die wesentlichen Änderungen liegen im Hintergrund: VuFind 2 räumt mit den Erblasten Smarty und PEAR auf und basiert vollständig auf dem Zend-Framework in Version 2. Ein Umstieg auf Zend 3 ist in Vorbereitung, wird aber voraussichtlich nicht so gravierende Änderungen an VuFind mit sich bringen, so dass zu erwarten ist, dass TUBfind künftig wieder besser up to date gehalten werden kann und dass auch vor dem Hintergrund weiterer PHP-Upgrades die Lauffähigkeit gewährleistet werden kann. Wir können davon z.B. durch eine schnellere Übernahme neuer Features profitieren. Auch wird die Zusammenarbeit mit der internationalen Community durch das Upgrade wieder möglich: VuFind 2 wird gemeinschaftlich auf der Plattform github entwickelt, was das Einspielen neuer Erweiterungen durch andere Communitymitglieder deutlich erleichtert.

Auch unsere für TUBfind 2 angepassten Quelltexte werden wie bisher über github zur Verfügung gestellt, so dass auch lokale Änderungen transparent für alle Interessenten nachnutzbar sind.

Sicher gibt es an ein paar Stellen weiterhin Verbesserungsbedarf oder -möglichkeiten, und wir werden uns nach dem Umstieg natürlich nicht zur Ruhe setzen. Wir freuen uns immer über Hinweise auf mögliche Problemstellen bzw. Fehlermeldungen!

Rezeption zu VuFind und die VZG auf Twitter

Auf Twitter gab es im Nachklang zu meinem Posting VuFind und die VZG ein wenig Feedback, das hier dokumentiert ist:

 

Zu dem FAG-TI-Protokoll wurde verschiedentlich die Frage gestellt, ob es Antworten zum Fragenkatalog unserer Bibliothek gibt. Das hat der Stefan Farrenkopf als Protokollant bereits bei der Veröffentlichung beantwortet:


oder

VuFind und die VZG

Inzwischen ist öffentlich bekannt, dass die Verbundzentrale des GBV (VZG) eine eigene Discovery-Lösung anbietet, die Anfang 2016 unter der Open Source Lizenz AGPL veröffentlicht werden soll. Gerald Steilen von der VZG hat diese Eigenlösung erstmals Mitte Oktober 2015 vor der Facharbeitsgruppe Technische Infrastruktur des GBV und Anfang November auch in Kiel vorgestellt.

In den genannten Folien und im Protokoll der FAG-Sitzung finden sich einige Punkte, die wir so nicht stehenlassen möchten.

Die Kompatibilität zwischen verschiedenen vufind 2.x Versionen behindere die Übertragung von Eigenentwicklungen bei Upgrades. […] Herr Steilen berichtet, dass die Vorbereitung des Einsatzes von vufind 2 an anderen Standorten mit einem erheblichen Personalaufwand verbunden war; an der UB Leipzig ca. 1 Personenjahr Vorbereitung, im BSZ ca. 1,5 Personenjahre.

Es ist richtig, dass der Sprung von VuFind 1.x zu VuFind 2.x sehr groß ist und und viel Arbeit kostet. Diese Erfahrung machen auch wir gerade. Das „Problem“ liegt in der großen strukturellen Änderung, die sich beim Sprung von VuFind 1.x zu VuFind 2.x ergeben hat – das gesamte Framework wurde dabei ausgewechselt. Dass es aber auch innerhalb von VuFind 2.x zu Problemen kommen soll, ist nicht nachvollziehbar. Wenn man sich bemüht, sich nicht zu stark vom Kern zu entfernen, sind Upgrades aus meiner Erfahrung unproblematisch. Die Planung für VuFind 3 läuft derzeit eher auf kleinere Änderungen hinaus, die für den Umstieg aller Voraussicht nach nicht so gravierende Folgen hätten.

PHP 5.3, die aktuelle Basis von vufind 2.x, sei veraltet und erhält seit Ende 2013 keinen Support mehr.

Dieses Missverständnis steht nicht nur im FAG-Protokoll, es findet sich auf den Vortragsfolien aus Kiel auf Folie 49 und in den Folien aus Göttingen auf Folie 8.
Falsch ist, dass VuFind 2.x auf PHP 5.3 basiert. Eine Software hat üblicherweise Mindestvoraussetzungen. Die Mindestvoraussetzung, VuFind 2.x zu betreiben, ist PHP 5.3. Das bedeutet NICHT, dass die Software unter aktuelleren Versionen nicht lauffähig ist. Unter PHP 5.5 läuft VuFind 2.x problemlos und die Community wird sich bemühen, die Lauffähigkeit auch weitergehend zu gewährleisten. Die Originalfolien, aus denen die abgebildete Tabelle entnommen ist, sind an der Stelle leider (aus dem Kontext gerissen) auch etwas missverständlich, ich verstehe sie aber als allgemeinen Aufruf, VuFind 3 auf PHP7 auszulegen und zu testen.

Schwächen von vufind 2 wurden auch auf dem 4. vufind Anwendertreffen behandelt und finden ihren Ausdruck in zwei Stellungnahmen, die aktuelle Herausforderungen der vufind 2 Entwicklung und dessen produktiven Einsatzes adressieren.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei einem Anwendertreffen Schwächen einer Software thematisiert werden und daraus Weiterentwicklungsmöglichkeiten bzw. Wünsche für die kommende Softwareversion herausgearbeitet werden. Das gilt natürlich auch für OpenSource-Produkte. Bei einer der im Protokoll erwähnten „Stellungnahmen“ handelt es sich um eine Wunsch- bzw. Vorschlagsliste für die Weiterentwicklung von VuFind, die von der deutschen VuFind-Community kooperativ über Etherpad zusammengestellt und an die VuFind Mailingliste verteilt wurde (http://sourceforge.net/p/vufind/mailman/message/34527895/). Diese wurde auch auf dem VuFind Summit in Villanova in Amerika thematisiert und zu allen Punkten (mit einer Ausnahme) wurde Bereitschaft signalisiert, diese im Rahmen von VuFind 3.x anzugehen und zu beheben. Das sind also keine wirklichen Hürden, sondern (im Gegenteil) eher Argumente für die Aktivität der Community. Die deutschsprachige Community ist derzeit recht stark, es gibt zahlreiche VuFind-Anwender, die sich auch aktiv in die Weiterentwicklung in Amerika einbringen. Insbesondere genannt seien in diesem Kontext die KollegInnen im finc-Konsortium, die KollegInnen von Swissbib, die KollegInnen aus dem BSZ und der UB Freiburg und nicht zuletzt auch wir (die TUB Hamburg). Es gibt einige weitere deutschsprachige Anwender, die sich aber teilweise noch mit einer aktiveren Partizipation etwas zurückhalten.

Wir möchten der Verbundzentrale auf keinen Fall das Recht absprechen, neue Wege zu gehen. Dies gehört im Gegenteil sogar zu unserer Erwartungshaltung. Und auch VuFind hat mal klein angefangen.
Dennoch bedauern wir, dass die Verbundzentrale die Probleme, die sie bei VuFind identifiziert hatte, nicht innerhalb der OpenSource Community von VuFind öffentlich thematisierte. Wäre es nicht besser gewesen, ein wenig transparenter mit den erkannten Problemen umzugehen, so dass die Community gemeinsam an deren Verbesserung hätte arbeiten können? Genau das ist es, was OpenSource Software ausmacht und was gerade im Fall von VuFind bislang ganz hervorragend funktioniert.

Nur mit einer aktiven Community kann sichergestellt werden, dass eine Open Source Software weiterlebt und sich weiter entwickelt. Diese Community existiert seit einigen Jahren für VuFind, gerade auch in Deutschland. Die VZG wird hier sicherlich fehlen. Hoffen wir, dass es genug aktive Anwender für zwei Open Source Discovery Lösungen in Deutschland gibt und dass zumindest auf Indexebene eine Kompatibilität auch weiterhin erhalten bleibt.