Die Zukunft des Schweizer Metakatalogs swissbib / Le futur du métacatalogue swissbib

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Einiges wurde bereits berichtet, vieles blieb aber bislang noch offen: Wie geht es weiter mit swissbib nach dem Start der Swiss Library Service Platform SLSP am 1. Januar 2021? Nach einem Jahr intensiver Klärungsgespräche können wir nun erste konkrete Aussichten formulieren.

Metakatalog Schweiz und Discoveries

Ab dem 1. Januar 2021 wird SLSP das neue Discovery für Bibliotheksbestände in der Schweiz stellen. In einem ersten Schritt werden primär wissenschaftliche Bibliotheken aus den bisherigen Verbünden IDS und RERO darin enthalten sein. Danach ist jedoch geplant, die Teilnehmerbasis von SLSP kontinuierlich auszuweiten sowie über ein hybrides Verfahren auch Drittsysteme anzubinden. Auch die lokalen swissbib Discoveries werden migriert bzw. teilweise abgestellt:

  • swissbib orange für die Bestände der Bibliotheken in Bern und Basel wird durch SLSP bzw. Primo VE abgelöst.
  • swissbib blau: Die Vereinigung der Juristischen Bibliotheken der Schweiz (VJBS) hat sich entschieden, ihren Katalog einzustellen.

Eine gemeinsame Mitteilung der Direktion der UB Basel, des swissbib-Beirates und SLSP (16.01.2020) schildert die Details:

„Ablösung von swissbib grün durch SLSP

Ende 2020 wird die UB Basel die Dienste von swissbib einstellen im Zuge der Inbetriebnahme des nationalen Angebotes von Swiss Library Service Platform (SLSP). Die Mehrheit der in swissbib beteiligten Bibliotheken und der Grossteil der Schweizer Bibliotheksbestände werden von der SLSP Discovery-Lösung ab Go-Live oder in der «zweiten Welle» abgedeckt. Für die Einbindung weiterer Bibliotheken, die nicht planen SLSP beizutreten, sind Lösungen bzw. Produktentwicklungen seitens der Firma Ex Libris in Aussicht gestellt worden.

Mit dem Go-Live von SLSP Ende 2020 wird ein Grossteil der Hochschulbibliotheken und viele andere wissenschaftliche Bibliotheken der Schweiz über das Discovery-Tool von SLSP auf Netzwerkebene recherchierbar sein. Diese Oberfläche ermöglicht auch einen direkten Zugang zu allen elektronischen Beständen und eine nahtlose Anbindung an alle Benutzungsfunktionalitäten inkl. Kurier.

In einer «zweiten Welle» sollen weitere Hochschul- und wissenschaftliche Bibliotheken zu SLSP stossen und ebenfalls in das Discovery eingebunden werden. Hierzu gehören andere Einrichtungen, die bereits Alma nutzen (beispielsweise Alexandria-Verbund) sowie weitere Bibliotheken, die einen Systemwechsel zu Alma planen (beispielsweise Bibliotheksverbund Graubünden, St. Galler Bibliotheksnetz, Liechtensteinische Landesbibliothek und Sistema Bibliotecario Ticinese).

Allerdings kann nicht davon ausgegangen werden, dass sämtliche von swissbib abgedeckten Bibliotheken von dieser «zweiten Welle» erfasst werden können. Somit wird es auch mittelfristig Bibliotheken geben, die nicht über das Discovery von SLSP recherchierbar sind. Hier handelt es sich voraussichtlich um kleinere bis mittelgrosse Kantonsbibliotheken sowie wissenschaftliche Spezialbibliotheken, die nicht Alma als Bibliothekssystem einsetzen. Um diese Drittsysteme nahtlos und ohne grossen technischen Aufwand in das schweizweite Discovery einzubinden, braucht es weitere Produktentwicklungen bei der Firma Ex Libris. Diese werden von Ex Libris in Aussicht gestellt, allerdings ohne Nennung eines konkreten Termins. Der zumindest vorübergehende Ausschluss dieser Bibliotheken aus dem nationalen Rechercheportal wird vom swissbib-Team an der UB Basel und dem Beirat von SLSP bedauert.

Allerdings hält SLSP am Ziel eines schweizweiten Discovery-Tools für alle wissenschaftlichen Bibliotheken fest und wird die Entwicklungen bei Ex Libris eng verfolgen. Idealerweise könnte die Bildung eines hybriden Discoveries (also mit Einbindung von Drittsystemen) direkt im Anschluss an die oben genannte «zweite Welle» in Angriff genommen werden.

Marie-Christine Doffey (Direktorin Schweizerische Nationalbibliothek) und Martin Good (Direktor BCU Fribourg) bedanken sich im Namen des SLSP Verwaltungsrates und SLSP Beirats beim swissbib Team für den ausgezeichneten und zuverlässigen Service von swissbib grün, den die Basler Kolleginnen und Kollegen während vieler Jahre zur Verfügung gestellt haben. Aus nationaler Sicht ist bzw. war swissbib ein Vorzeigeprojekt, das einerseits innovative technische Entwicklungen aufgegriffen und vorangetrieben hat, und andererseits für die Kundinnen und Kunden über alle Bibliotheksverbünde hinweg eine einheitliche Suchoberfläche angeboten hat.

Eine abschliessende Würdigung der Leistungen des swissbib Teams und ein Dankeschön an alle teilnehmenden Bibliotheken für ihre regelmässigen Datenlieferungen und grosszügige finanzielle Unterstützung während der letzten zwei Jahre soll gesondert und gegen Ende des Jahres erfolgen.“

Nationallizenzen und Private User Remote Access (PURA)

Mit der am 29. November 2019 durch SLSP publizierten Mitteilung, dass der operative Teil des Konsortiums der Schweizer Hochschulbibliotheken in SLSP integriert wird, ist bestätigt, dass die Nationallizenzen künftig auch im SLSP-Discovery implementiert werden. Der jüngste Service von swissbib – Private User Remote Access PURA – kann durch den Einsatz von SWITCH edu-ID in SLSP ebenfalls realisiert werden. Für Details dazu empfehlen wir die direkte Kontaktaufnahme mit SLSP.

Schnittstellen zu den bibliografischen Metadaten

swissbib bietet heute neben den Discoveries auch offene Schnittstellen verschiedenster Art für den Metadatenbezug an. Diese können ab Ende 2020 von uns nicht weiter bedient werden (das genaue Datum werden wir noch kommunizieren). Den automatischen Datenexport nach WorldCat wird SLSP eigenständig weiterführen, auch die Anbindung an das Kartenportal bleibt bestehen.

Weitere Daten- und Schnittstellennutzer bitten wir, sich direkt bei SLSP zu melden, um die Möglichkeiten und Konditionen für den Metadatenbezug zu klären.

Know-How (und dessen Weitergabe) im Bereich Dataprocessing

Die Personen hinter swissbib waren in den vergangenen Jahren rege im Bereich der Weitergabe ihres Know-Hows unterwegs – an Tagungen und in verschiedenen Weiterbildungskursen wurden die Erfahrungen und Services präsentiert und erläutert. Diesen Geist möchten wir uns bewahren. Die im Rahmen von swissbib erarbeiteten Skills im Bereich Dataprocessing und Datentransformation und -anreicherung wird die Universitätsbibliothek Basel in Zukunft in anderen Projekten einsetzen und nachnutzen können.

Die Personen hinter swissbib / Les personnes derrière swissbib

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Wer steckt hinter swissbib? Wir stellen die wichtigsten Protagonisten vor:

Franck Borel

Strategy

Franck ist Verantwortlicher der IT-Abteilung an der Universitätsbibliothek Basel. Als Projekt unter seiner Verantwortung beschäftigt er sich mit der mittel- und langfristigen Strategie und Zukunft von swissbib.

Matthias Edel

Front-End & Search Engine

Matthias stiess 2015 zum Team und arbeitet 70% für swissbib. Er kümmert sich hauptsächlich um die Benutzeroberflächen. Seit kurzem hat er auch die Rolle des Scrum Masters inne.

Günter Hipler

Software-Architecture & Data Processing

Günter ist das letzte „Gründungsmitglied“ von swissbib und seit 2008 dabei. Er ist das Gedächtnis des Projekts und weiss über sämtliche Details Bescheid. Mit einem Pensum von 100% kümmert er sich primär um das Harvesting der Metadaten, um die APIs und Linked Open Data, ebenso wie um die Verwaltung unserer Infrastrukturen.

Beat Mattmann

Strategy & Sales

Beat ist seit 2018 dabei und unterstützt Franck bei strategischen Fragen. Er ist hauptsächlich zuständig für unsere Beziehungen zu Externen, besonders zu SLSP und unseren Partnerbibliotheken. Er kümmert sich ebenso um alle Belange der Kommunikation rund um swissbib.

Sebastian Schüpbach

Back-End & DevOps

Sebastian stiess zum ersten Mal 2015 zu swissbib im Rahmen des Projekts linked.swissbib. Nach einem längeren Abstecher kehrte er 2018 zur IT der Universitätsbibliothek Basel zurück und unterstützt seitdem das Team mit 25%. Er kümmert sich primär um Konzeption und Entwicklung der Back-End-Infrastruktur.

Jonas Waeber

Linked Data & Data Processing

Jonas ist unser jüngstes Mitglied. Zwar führte er bereits 2017 im Rahmen seines Praktikums an der Universitätsbibliothek Basel ein kleines Projekt für swissbib durch. Offiziell dabei ist er seit Herbst 2018 und beteiligt sich mit 50% parallel zu seinem Studium der Informationswissenschaften an der HTW Chur. Sein Fokus liegt bei den Benutzungsstatistiken, dem Harvesting der Metadaten sowie Linked Open Data.

Lionel Walter

Front-End & Search Engine

Lionel stiess 2015 im Rahmen des Projekts Nationallizenzen zum Team. Seit 2018 ist er regulär dabei mit einem Pensum von 50% und kümmert sich um verschiedenste Bereiche. Er übernimmt zudem die Rolle des Product Owners.

Silvia Witzig

Data Processing

Silvia ist seit 2014 Teil der Equipe mit einem Pensum von 75%. Zu Beginn kümmerte sie sich um die View von swissbib Basel Bern, seit 2016 ist sie verantwortlich für Normalisierung, Dedublierung und Clustering aller Metadaten der in swissbib zusammengefassten Bibliotheken und GLAM-Institutionen. Sie ist auch unsere Kontaktperson nach aussen bei Fragen der verschiedenen Institutionen. Seit September 2018 investiert sie rund 40% ihrer Arbeitszeit für SLSP und die Vorbereitung der Metadaten der Bibliotheken in die Einspielung in das kommende Bibliothekssystem Alma.

Beirat

Der Beirat diskutiert die strategischen Zielsetzungen des Projekts und unterstützt damit das Projektmanagement. Er erörtert aktuelle Fragen und gibt Empfehlungen und Vorschläge zuhanden des Projektteams.

Darüber hinaus gibt es zwei Arbeitsgruppen, die sich gezielt um die Bedürfnisse der Views von swissbib Basel Bern und jusbib kümmern.

Was kommt die kommenden Jahre auf swissbib zu?

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Für swissbib war 2018 ein ereignisreiches Jahr. Nichts weniger als die Zukunft und der Weiterbetrieb der kommenden Jahre stand auf der Traktandenliste. Bereits im März berichteten wir über die Finanzierungsaktion, bei der wir sämtliche Bibliotheken, Archive und Dokumentationen, deren Bestände in swissbib recherchierbar sind, anschrieben und um finanzielle Unterstützung baten. Dafür haben wir ein umfangreiches Modell entwickelt, wie die einzelnen Institutionen anhand ihrer Bestandsgrösse, Anzahl Mitarbeitenden und Benutzer_innen eingestuft werden könnten. Unsere Bemühungen fanden Anklang und so können wir mit Stolz verkünden, dass der Betrieb von swissbib für 2018 bis 2020 gesichert ist – und dies sogar ohne zusätzliche Fördermittel von swissuniversities oder der Swiss Library Service Platform (SLSP). Dies haben wir unseren Partnern zu verdanken: über 280 Institutionen und Verbünde beteiligen sich nach ihren finanziellen Möglichkeiten an swissbib, nicht selten erhielten wir auch ein sehr positives Feedback («selbstverständlich helfen wir dabei, diesen wertvollen Dienst zu finanzieren»), das uns die grosse Bedeutung von swissbib für die Schweizer Bibliothekslandschaft vor Augen führte. Die dafür nötigen Arbeiten waren intensiv und absorbierten nicht wenige Personen: Rundbriefe waren zu schreiben (und Office-Probleme beim Versand zu beheben), Verhandlungen zu führen, Verträge aufzusetzen und der Rechnungsversand zu organisieren. Tatkräftige Unterstützung erhielt das swissbib-Team auch durch verschiedene Stellen der Universitätsbibliothek Basel. Für diese einmalige Aktion und das sehr positive Ergebnis möchten wir allen unseren Partnern, sowie auch der Buchhaltung, dem Sekretariat und der Direktion der Universitätsbibliothek Basel herzlich danken.

Womit werden wir uns, neben dem Betrieb des Metakatalogs, bis Ende 2020 beschäftigen? Einerseits nehmen wir die Feedbacks unserer Nutzer_innen auf und werden verschiedene Verbesserungen an der Recherchequalität und der Dedublierung von Datensätzen vornehmen. Stark beschäftigen wird uns auch die Unterstützung für SLSP: wir helfen tatkräftig mit bei der Zusammenführung, Bereinigung und Dedublierung der Metadaten in Ex Libris Alma. Auf verschiedenen Nebenschauplätzen beschäftigen wir uns zudem mit der Verbesserung der Linked-Data-Elemente und der Dienstleistung Private User Remote Access (PURA).

Schweizer Bibliotheks- und Verbundlandschaft heute (2018)

Schweizer Bibliotheks- und Verbundlandschaft ab 2021 (nach heutigem Wissensstand)
Schweizer Bibliotheks- und Verbundlandschaft ab 2021 (nach heutigem Wissensstand)

Auf strategischer Ebene werden wir uns mit den Visionen für swissbib ab 2021 beschäftigen. Es gilt die Frage zu klären, wie swissbib ab dann in, mit und um SLSP weiterbestehen wird. Die Gespräche mit SLSP starten noch in diesem Jahr. Ganz zentral scheinen uns folgende Fragen:

  • Wie sollen künftig fachspezifische oder lokale Suchbedürfnisse abgedeckt werden können? Für swissbib betrifft das insbesondere die bestehenden Spezial-Views swissbib Basel Bern und jusbib, aber auch bislang nicht realisierte Konzepte wie eine Suchoberfläche für historische Bestände der Schweiz (swissbib historic).
  • Welche Möglichkeiten bieten sich für die sogenannte sekundäre Kundengruppe von SLSP (sowie Partner in swissbib, die vermutlich nicht zu SLSP stossen werden)? Eine erste Auswertung ergab: Nur gerade 64% aller in swissbib nachgewiesenen Institutionen werden ab 2021 in SLSP integriert sein. Für über 330 Institutionen muss geprüft werden, welche Lösungen wir anbieten können und möchten.
  • Wie gehen wir mit innovativen Funktionen und Angeboten in swissbib um, die (noch) nicht ins Dienstleistungsportfolio von SLSP passen?

Hierfür versuchen wir möglichst bald erste Lösungsvorschläge zu skizzieren und vorzustellen. An Ideen mangelt es uns auf jeden Fall nicht.

Eure Feedbacks aus der Nutzerumfrage 2017 / Vos commentaires suite au sondage 2017 auprès des utilisateurs

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Entwurf der Umfrage vom September 2017

Von November bis Dezember 2017 haben wir unsere User gefragt, was sie von swissbib, dem Katalog und seinen Funktionalitäten halten und was wir besser machen könnten. In einem Blogbeitrag im April haben wir die ersten Zahlen bereits veröffentlicht. In den 1087 ausgefüllten Umfrageformularen fanden sich aber auch nicht wenige Freitext-Kommentare, die für uns von besonderem Wert sind (genauer gesagt: in 42% der Formulare). Wir versuchten diese zu gruppieren und die Kernaussagen zusammenzufassen:

  • Darstellung: 150 Aussagen zu dubletten Einträgen, zu Such-, Filter- und Ausleihfunktionalitäten und zur Einbindung von Inhaltsverzeichnissen und Mediencovers
  • Aus- und Fernleihe: 56 Aussagen zum Ausleihvorgang und zu den Benutzerkonten
  • Suche und Filtermöglichkeiten: 111 Aussagen zu Facetten und Filtern, zu Autokorrektur, einfacher und erweiterter Suche
  • Dienstleistungen allgemein: 51 Aussagen zur Ausleihe, zu Merklisten, Datenexporten und zur Integration von Katalogen und Bibliotheken
  • E-Medien: 43 Aussagen zur Darstellung, Zugänglichkeit und «Ausleihe» von elektronischen Medien (E-Books und E-Journals)

Des Weiteren erhielten wir 19 Aussagen zur Darstellung von Reihen und Zeitschriften sowie 109 Aussagen allgemeiner Art. Mehrmals wurde zudem moniert, dass jusbib zuwenig spezifisch abgefragt wurde. Dafür erhielten wir mehrere Freitext-Kommentare zu dieser Rechercheoberfläche, vor allem aus der französischen Schweiz.

In einem nächsten Schritt haben wir die meistvertretenen Wünsche und Hinweise eruiert und unsere diesbezüglichen Möglichkeiten bewertet.

Darstellung

Sehr oft wurden die zu vielen dubletten Einträge kritisiert. Das ist ein bekanntes Problem für uns, das wir in der kommenden Zeit angehen möchten, zumal wir voraussichtlich für SLSP den Auftrag zur Dedublierung des bibliografischen Datenbestandes zwecks Überführung in Ex Libris Alma übernehmen werden. Hier sehen unsere Datenexperten auch ein grosses Potenzial mittels Clusterbildung (Stichwort FRBR) und Verbesserung der Merges.

Auch die heutzutage stärkere visuelle Wahrnehmung zeigte sich in den Kommentaren: mehr Inhaltsverzeichnisse und mehr Mediencovers werden gewünscht. Hier sind unsere Möglichkeiten jedoch beschränkt. Inhaltsverzeichnisse spielen wir nicht selbst ein, sondern übernehmen sie von den Bibliotheksverbünden, die sie uns in ihren Daten mitliefern. Die Einspielung von mehr Mediencovers wäre durchaus möglich, allerdings stossen wir mengenmässig an die Grenzen dessen, was mit unseren heutigen Methoden kostenlos machbar ist. Es existieren zwar Services, die Covers gegen Gebühr liefern, allerdings möchten wir unsere begrenzten Mittel vorerst lieber für andere Aufgaben einsetzen.

Aus- und Fernleihe

Unsere User stören sich vor allem an zu langen Wegen. Von der Eingabe der Suche bis zur Bestellung eines Mediums sind zu viele Klicks nötig. Auch die Weiterleitung auf externe Kataloge für die Bestellung trägt hierzu bei. Die vergleichsweise hohe Anzahl Klicks sind uns zwar bewusst, allerdings versuchen wir die Balance zwischen Übersichtlichkeit an Information und Menge an Klicks zu wahren. Einen grossen Anteil an dieser Kette nimmt die Weiterleitung an externe Kataloge. Das ist aber tatsächlich ein Entscheid auf politischer Ebene, an den wir gebunden sind.

Angemerkt wurde auch, dass die Möglichkeiten des Kopien- und Medienversandes (Stichwort: Fernleihe) zu wenig klar sind. Zu diesem Punkt wären wir sehr froh über Vorschläge zur Verbesserung. Kommentare zu diesem Blogartikel sind also ausdrücklich willkommen!

Suche und Filtermöglichkeiten

Die zentrale Funktion von swissbib ist die Recherche. Entsprechend kamen hier auch viele Wünsche, die den Komfort und die Übersichtlichkeit betreffen. Autoritätsdaten von Personen, Körperschaften und Themen sollen besser eingebunden und allgemein die Qualität der Suche verbessert werden (bspw. durch Autokorrektur der Sucheingabe, gerade bei Tippfehlern). Ersteres haben wir teilweise mit dem Update im März bereits umgesetzt. Für ca. 200’000 Personen und 300’000 Themen haben wir sogenannte Knowledge-Cards eingespielt, die unter anderem die (biografischen und thematischen) Informationen aus den Autoritätsdatensätzen sichtbar machen (Datenquellen sind hierfür die GND, VIAF und DBpedia). Mehr Knowledge-Cards sind zwar gewünscht, allerdings gehen wir vorerst nach dem Motto «lieber richtig als viel» vor, um keine Falscheinträge zu erzeugen. Die Suchqualität insgesamt versuchen wir konstant zu verbessern, bspw. durch Software-Updates (insb. von Solr).

Als neue Funktion wurde gewünscht, dass ein zusätzlicher Filter eingebaut werden soll, um die bestellbaren Medien hervorheben zu können (also ein optionaler Ausschluss aller Medien, die entweder bereits ausgeliehen, oder nur vor Ort konsultierbar sind). In der aktuellen Architektur würden dabei jedoch die Bibliothekssysteme der Datenlieferanten (sprich: der Bibliotheken und Archive) in die Knie gehen. Ebenso wurde gewünscht, dass die Facette «Bibliothek» nicht nach Verbünden, sondern nach einzelnen Institutionen aufgebaut sein sollte (analog zu swissbib Basel Bern). Was in swissbib Basel Bern durch die überschaubare Anzahl an Institutionen gut machbar ist, ist in swissbib mit über 960 Institutionen bereits schwieriger bzw. das Ergebnis tendenziell unübersichtlicher. Daher müsste zumindest eine aufklappbare Facette nach Region, Kanton oder Bibliotheksverbund realisiert werden. Dies ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, wir behalten diesen Wunsch jedoch im Hinterkopf.

Dienstleistungen allgemein

Die gewichtigsten Anmerkungen betrafen die Merklisten, die wahlweise, je nach User, öffentlich, teilbar oder als ganzes bestellbar sein sollen. Letzteres ist technisch schwierig machbar, da für eine Bestellung ein Exemplar ausgewählt, der Exemplarstatus geprüft und die Bestellung in einem externen Katalog ausgeführt werden muss. Und das je nach Fall für mehrere Dutzend Merklisteneinträge gleichzeitig. Öffentlichkeit und Teilbarkeit sind aus unserer Sicht machbare Anliegen. Wir haben jedoch das Gefühl, dass es dafür bereits swissbib-externe Dienste gibt, die sich dafür besser eignen dürften (bspw. Pocket). Die Integration von weiteren Datenquellen bleibt natürlich ein Thema, wenngleich wir bereits über 960 Institutionen in swissbib eingebunden haben. Mehrere User haben sogar konkrete Wünsche genannt, welche Institutionen zusätzlich eingebunden werden sollten. Auch im Alltag erhalten wir regelmässig Anfragen von Interessierten. Aktuell sind wir bei der Integration neuer Quellen jedoch zurückhaltend. Es ist vorgesehen, dass ab 2021 die Suchoberfläche Primo von SLSP in irgendeiner Form die Funktion eines nationalen Metakatalogs für die Schweiz von swissbib übernehmen wird. Wie das genau aussehen soll und wie nicht-wissenschaftliche Institutionen (also bspw. öffentliche und Schul-Bibliotheken) darin integriert werden sollen, ist aktuell noch unklar. Wir sind allerdings dabei, diese Frage mit SLSP zu klären und hoffen, bis zum Frühling 2019 eine eindeutige Vorstellung zu haben. Bis dahin halten wir es aus Gründen der Fairness und Transparenz für sinnvoller, die Integration weiterer Datenquellen vorerst aufzuschieben, um Interessierten eine genaue Vision ihrer Zukunft in swissbib ab 2021 skizzieren zu können.

E-Medien

Die Wünsche zu den elektronischen Medien lassen sich auf zwei Worte zusammenfassen: besserer Zugang. Es soll sichtbarer sein, wo E-Medien vorhanden sind (am besten schon in der Ergebnisliste). Dafür prüfen wir verschiedene Möglichkeiten, haben aber aktuell noch keinen konkreten Umsetzungsvorschlag vor Augen.

Fazit

konstruktiv waren, teilweise Lob (oder das Gegenteil) enthielten und uns manchmal auch zum Schmunzeln brachten («Ein Kaffeeautomat am Eingang (grins)»). Einige Kommentare gaben uns auch wertvolle Hinweise auf mögliche Bugs, die wir auf jeden Fall angehen werden. Die obligatorische App wurde ebenfalls gewünscht, was wir aber leider abschlägig beantworten müssen.

Um alle Wünsche angehen zu können, fehlen uns leider die Ressourcen (für das breite Portfolio von swissbib, das nicht nur aus den Oberflächen swissbib und swissbib Basel Bern besteht, setzen die verfügbaren rund 3 Vollzeitstellen auch unseren eigenen Ideen immer wieder Grenzen). Die meistgenannten und vor allem störendsten Faktoren werden wir aber auf jeden Fall anzugehen versuchen.

Als P.S. möchten wir noch eine Information anbringen, die tatsächlich nicht allen unseren Nutzern bekannt zu sein scheint: swissbib und die swiss-lib-Mailingliste haben nichts miteinander zu tun. Während ersteres eine Dienstleistung der Universitätsbibliothek Basel ist (bis Mitte dieses Jahres finanziert durch das Programm P-5 von swissuniversities), ist letzteres die schweizerische Mailingliste der SpezialistInnen für Information und Dokumentation, betrieben durch die HES-SO Genève und SWITCH.

swissbib stellt sich vor: Beat Mattmann

In einer neuen Artikel-Serie stellen sich die Köpfe hinter swissbib kurz vor. Den Beginn macht das «Küken» in der Runde: Beat Mattmann hat die Aufgabe der Projektkoordination erst im Februar diesen Jahres von seinem Vorgänger, André Golliez, übernommen.

Wer bin ich?

 Für lange Biografien bin ich noch zu jung (Jahrgang 1988). Ursprünglich Absolvent einer Berufslehre in der Software- und Hardwareentwicklung von Industrieelektronik habe ich recht schnell ins Bibliothekswesen gewechselt und an der HTW Chur den I&D-Bachelor mit Schwerpunkt Archivwissenschaft gemacht. Meine ersten Jahre verbrachte ich in der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Basel, wo ich einerseits die Erschliessung der Archivbestände und Sammlungen geleitet, andererseits die Tätigkeiten des Verbundes HAN koordiniert habe (inkl. viel Regelwerksarbeit und Metadatenbereinigungen). Im Herbst vergangenen Jahres bin ich dann wieder back to the roots in die IT gewechselt – fürs Forschungsdatenmanagement, die digitale Langzeitarchivierung und swissbib.

Was ist meine Funktion bei swissbib?

Als Koordinator bin ich primär für Strategie, Finanzen und Kommunikation zuständig. Zu Projektzeiten (bis Sommer 2018) steht das regelmässige Controlling von Konto und Finanzen im Fokus, das Reporting an das swissuniversities-Programm P-5 – aber auch die Kontrolle von Einnahmen und Ausgaben von Kooperationsprojekten. Nicht unbedingt mein liebster Zeitvertreib, doch zum Glück fällt diese Aufgabe mit der Integration des Betriebs von swissbib in die Universitätsbibliothek Basel ab Sommer 2018 mehrheitlich weg. Viel spannender ist die strategische Ebene: Mit dem Lenkungsausschuss und dem Team gilt es, die Entwicklungsstossrichtung bis 2021 (Einführung SLSP) und darüber hinaus zu klären und anschliessend in Scrum ins Backlog zu übersetzen. Spannend, wenn auch komplex und teilweise noch auf recht hoher Flughöhe ist die Zusammenarbeit mit SLSP. Wir würden sie gerne bei der Datendedublierung und -migration in Ex Libris Alma unterstützen. Mit seiner jahrelangen Erfahrung ist das swissbib-Team dafür in einer prädestinierten Position. Für meine Aufgabe habe ich immer wieder das Bild eines «Bulldozers» vor Augen, der vorangeht, die Rahmenbedingungen klärt und damit Raum für Kreativität und Innovation für das Team schafft – Raum, der gerade bei knappen Projektressourcen wichtig und sehr wertvoll ist.

Was reizt mich besonders an meinen Aufgaben?

Auch wenn ich noch nicht so lange dabei bin, so reizt mich doch die Chance und gleichzeitig grosse Herausforderung, dieses tolle Produkt koordinieren zu dürfen. Die allermeisten Nutzer von swissbib sehen nur die grüne, orange oder blaue Suchoberfläche. Darin unterscheidet sich swissbib eher wenig von diversen anderen Katalogen und Suchmaschinen im Web. Die Stärke liegt unter der Motorhaube. Von technischer Einführung über Dokumentation und regelmässigen Scrum-Reviews bis hin zu Webinaren lerne ich die Technologien dahinter immer mehr kennen. Hatte ich zu Beginn noch den Eindruck, swissbib sei «nur» ein Metakatalog, so merke ich doch immer mehr, wie viel Innovation, Überlegung und jahrelange Erfahrung dahinter steckt. Auch die Übergangsphase zu SLSP ist ein spannendes Entwicklungsumfeld. Wohin soll es gehen? Wie bringt man die verschiedenen Bedürfnisse und Wünsche unter einen Hut, gerade auch diejenigen von kleineren Institutionen, die von SLSP vielleicht eher wenig profitieren können?

Was gefällt mir an swissbib, wo sehe ich noch Verbesserungspotential?

Mir gefällt die Einheitlichkeit und Schlichtheit des swissbib-Katalogs. Ausgehend von einer einfachen Suchoberfläche gelangt man immer tiefer in die Bestandsverzeichnisse der rund 970 verzeichneten Institutionen. Auch wenn ich mich vor einigen Jahren mit der offiziellen Umstellung vom alten Aleph-OPAC des IDS Basel Bern zu swissbib Basel Bern etwas schwer getan habe, so möchte ich den neuen Katalog heute nicht mehr missen und schätze die Möglichkeit der Facetten, insbesondere für die beherbergende Institution, die ich mir auch als Favoriten in meinem Account einstellen kann. Oft finde ich digitalisierte Inhaltsverzeichnisse oder sogar Volltexte (wobei hinsichtlich Usability der e-Medien die Verlage teilweise noch einiges nachbessern dürften). Und falls nicht, so kann ich das Medium doch mit wenigen Klicks bestellen. Das artet immer wieder mal in eine «Bestellorgie» aus. Auch die Implementierung von hierarchischen Anzeigen für bspw. historische Bestände begrüsse ich sehr.

Leider finden sich in der Ergebnisliste ab und zu noch dublette Einträge, wobei ich das Gefühl habe, dass das im Laufe der letzten Jahre deutlich abgenommen hat. Als bild-affiner Mensch würde ich mir auch mehr Buchcovers wünschen oder Neuerwebungslisten von Bibliotheken zu bestimmten Themen. Nicht alles davon kann aber swissbib alleine realisieren, da der Katalog immer noch primär die Daten der Bibliotheksverbünde aggregiert. Zuletzt würde ich mir auch Weiterentwicklungen unter der Haube wünschen – umfangreiche statistische Auswertungen, die wiederum in die Verbesserung der Suchqualität fliessen könnten, ein optimiertes Relevanzranking, die Einbindung von neuen Datenquellen – historische Bestände, Archive, Forschungsdaten. Ich habe das Gefühl, da gäbe es grosses Potenzial.

Wo sehe ich swissbib nach 2021?

Dass swissbib in irgendeiner Form in SLSP übergehen wird, ist mehr oder weniger definitiv. Die Frage ist jedoch, welche Funktionalitäten in welcher Form integriert werden. Klar ist wohl, dass Ex Libris Primo künftig die Rolle der Katalog-Oberfläche von SLSP übernehmen wird. swissbib hat aber über die Oberfläche hinaus Erfahrungen und Stärken, die sich in verschiedener Hinsicht weiternutzen lassen – und auch unbedingt weitergenutzt werden müssen! Sei es im Bereich des Forschungsdatenmanagements, Big oder Linked Open Data, als «Daten-Vermittler» zwischen Archiv, Bibliothek und Museum oder als «Daten-Knetmaschine» hinter SLSP. Ich versuche mich im Moment geistig noch möglichst offen zu halten. Gleichwohl werden dieses Jahr mehrere swissbib-interne Meilensteine anstehen, um diese künftige Vision zu erarbeiten. Da erhoffe ich mir viel visionären Input von den System- und Datenspezialisten von swissbib.

Kurzbericht zur Nutzerumfrage 2017 / Résumé de notre sondage 2017 auprès des utilisateurs

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Quick Facts

  • Die Umfrage war während 48 Tagen aufgeschaltet (vom 6.11.2017 bis zum 24.12.2017)
  • Die Umfrage wurde 1254 Mal aufgerufen und 1087 Mal vollständig ausgefüllt
  • An der Umfrage nahmen 569 Bibliothekar_innen, 199 Personen aus Lehre und Forschung, 197 Studierende, 96 Andere, 26 Personen ohne persönlichen Angaben teil
  • 42% der Umfrageteilnehmer_innen haben im Freitextfeld ihr Feedback zu swissbib gegeben
  • 780 Antworten wurden auf Deutsch, 240 auf Französisch, 46 auf Englisch und 21 Antworten auf Italienisch gegeben
  • Rund 93% aller Benutzenden sind zufrieden mit swissbib

Wie zufrieden sind die Benutzer_innen mit swissbib und woher kommen sie?

Illustration 1: Generelle Zufriedenheit der Nutzer_innen mit swissbib

Zufriedenheit der Nutzer_innen mit swissbib nach Nutzergruppen
Illustration 2: Zufriedenheit der Nutzer_innen mit swissbib nach Nutzergruppen

Geografisch gaben die meisten Teilnehmer_innen ihren Arbeits- oder Studienort mit Bern (260 Antworten), Zürich (209 Antworten), Basel (97 Antworten) oder Genf (82 Antworten) an. Durchwegs sind Bibliotheksmitarbeitende am stärksten vertreten, insbesondere in Zürich (124 von 209 Antworten) und Genf (63 von 82 Antworten), während in Bern und Basel auch Studierende und Personen aus Lehre und Forschung rege teilgenommen hatten.

Interessant ist die Aufschlüsselung der Zufriedenheit nach «Berufsgruppen». Von den Bibliotheksmitarbeitenden sind nur gerade 7 % aller Teilnehmenden unzufrieden oder sehr unzufrieden. Personen aus Lehre und Forschung sind mit insgesamt 10 % am unzufriedensten (wobei die Unzufriedenheit bei solch tiefen Werten eher relativ ist), die Studierenden mit nur gerade 5 % sind am wenigsten unzufrieden.

Wie oft verwenden die Benutzer_innen swissbib und in welcher Form?

Häufigkeit der Verwendung von swissbib als Suchinstrument
Illustration 3: Häufigkeit der Verwendung von swissbib als Suchinstrument

Die Nutzung von swissbib zeigt sich vor allem in täglicher oder wöchentlicher Frequenz. Interessant ist der Vergleich mit den Angaben zur häufigsten Katalognutzung. Hierbei haben wir eine Liste möglicher Kataloge (swissbib, aber auch RERO, NEBIS, Helveticat, ETH-Wissensportal, Alexandria oder Google Scholar) angegeben, bei der ein Eintrag ausgewählt werden konnte. 9 Personen haben im Freitext-Feld zudem angegeben, dass sie bevorzugt die View jusbib von swissbib benutzen.

  1. swissbib (grün): 394 Nennungen
  2. swissbib Basel Bern (orange): 221 Nennungen
  3. RERO: 129 Nennungen
  4. NEBIS: 122 Nennungen
  5. Andere: 91 Nennungen
  6. Rechercheportal Zürich: 53 Nennungen
  7. ILUplus: 22 Nennungen
  8. Helveticat: 13 Nennungen
  9. HSG-Recherche: 12 Nennungen
  10. ETH-Wissensportal: 11 Nennungen
  11. Alexandria: 8 Nennungen
  12. Google Scholar: 6 Nennungen
  13. Catalogo sbt: 4 Nennungen

Wir haben auch gefragt, wann swissbib genutzt wird. Der Schweizer Metakatalog ist ein gesuchtes Produkt: 38 % der Teilnehmenden nutzen swissbib als Erst-Suchsystem, immerhin weitere 37 % wechseln zu swissbib, wenn sie in ihrem lokalen Bibliothekssystem nichts gefunden haben.

Ab wann wird swissbib als Suchinstrument eingesetzt?
Illustration 4: Wann wird swissbib als Suchinstrument eingesetzt?

Fazit

Positiv überrascht hat uns die durchwegs hohe Zufriedenheit der Teilnehmenden mit swissbib. Natürlich sind wir persönlich Fans unseres Produkts. Dass sich diese Zufriedenheit in diesem Ausmass auch auf unsere Benutzer_innen überträgt, freut uns ausserordentlich und dafür bedanken wir uns herzlich.

Die hohe Beteiligung der Bibliotheksmitarbeitenden dürfte primär den Publikationswegen der Umfrage geschuldet sein. Die Zugriffswege konnten in 721 Fällen eindeutig festgestellt werden, wobei die Mehrheit via swissbib-Webseite (631 Fälle) kam, einige aber auch über den swiss-lib Newsletter (78 Fälle). Eine weitere Erklärung könnte auch sein, dass swissbib unter den Bibliothekaren einen gewissen Wert als Arbeitsinstrument besitzt. An der Stelle eine Information, die laut den Feedbacks in der Umfrage anscheinend nicht allen bekannt ist: der Metakatalog swissbib und die swiss-lib-Mailingliste haben nichts miteinander zu tun.

Sehr viele Teilnehmende hinterliessen uns ein zusätzliches Feedback (42 % aller Personen haben im Freitextfeld eine Rückmeldung, Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschläge notiert). Diese reichen von einfachem Lob («Ich wüsste tatsächlich nichts, was man an diesem mir schon sehr ans Herz gewachsenen System ändern sollte. Toll!») über humorvolle («Ein Kaffeeautomat am Eingang (grins)») oder wohl ernster gemeinte Verbesserungsvorschläge («schön wäre es natürlich, direkt aus Swissbib ein Buch bestellen zu können, ohne in den lokalen Katalog umzuschalten! Aber das wird wohl erst mit SLSP kommen… ») bis hin zu – durchaus berechtigter – Kritik («Les données sont parfois à double, mais j’imagine que c’est difficile de réussir à identifier toujours les notices entre divers catalogues.»). In den kommenden Wochen werden wir uns ausgiebig der Vielzahl an Freitextkommentaren widmen und mögliche Verbesserungsmassnahmen daraus ableiten.

Die Schweizer Bibliotheken unterstützen swissbib / Les bibliothèques suisses soutiennent swissbib

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swissbib ist seit 2010 in Betrieb, umfasst über 30 Millionen Aufnahmen aus mehr als 960 Bibliotheken und wird pro Monat von über 90’000 Benutzern besucht. swissbib ist eine Dienstleistung der Universitätsbibliothek Basel und wurde von 2008 bis 2013 im Rahmen des Projektes e-lib.ch entwickelt. Seit 2014 wird der Betrieb und die Weiterentwicklung von swissbib im Rahmen des Programms P-5 («Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung») von swissuniversities gefördert.

Diese Förderung endet Mitte 2018. Bis Ende 2020 werden die Funktionalitäten von swissbib in die Swiss Library Service Platform (SLSP) integriert und ab 2021 als Metadatenservices den Schweizer Bibliotheken angeboten. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Universitätsbibliothek Basel für den Betrieb und die minimale Weiterentwicklung von swissbib auf die direkte finanzielle Unterstützung der Schweizer Bibliotheken angewiesen. Zu diesem Zweck hat die Konferenz der Universitätsbibliotheken der Schweiz (KUB) im letzten Herbst ein Kostenbeitragsmodell für swissbib gutgeheissen, welches auf der Anzahl der Benutzer, der Anzahl Mitarbeiter und dem Umfang des Medienangebotes der einzelnen Bibliotheken beruht.

Im Dezember 2017 hat die UB Basel einen Brief an über 500 Schweizer Bibliotheken verschickt und diese um eine Bestätigung des Kostenbeitrages für die Jahre 2018 bis 2020 gebeten. Bis Ende Februar 2018 haben bereits gegen 250 Bibliotheken ihren finanziellen Beitrag an swissbib bestätigt, womit über 70% der Kosten von swissbib bis Ende 2020 gedeckt werden können. Die UB Basel ist zuversichtlich, dass mit der Unterstützung der restlichen Bibliotheken, die ihren Beitrag bis jetzt noch nicht bestätigt haben, sowie von SLSP und von swissuniversities die noch fehlenden finanziellen Mittel für den Betrieb von swissbib beschafft werden können. Die UB Basel wird im März dem Programm P-5 und den Verantwortlichen von SLSP über die finanzielle Situation von swissbib Bericht erstatten.

Considerations for the development of an infrastructure to enable the project linked.swissbib.ch (part 1)


The proposal “linked.swissbib.ch” was accepted by SUC P2 – („Scientific information: access, processing and safeguarding“) as one of the projects for building the future infrastructure to access scientific digital information.

The application was submitted by Haute école spécialisée de Suisse occidentale HES-SO -Haute Ecole de Gestion, Genève in cooperation with HTW Chur and Universitätsbibliothek Basel (project swissbib).

One of the aims of the project is the transformation of the current swissbib content into a Semantic Data format (RDF) to enable and simplify the linking of swissbib data with external information.

Finally the created services by linked.swissbib.ch should run on the infrastructure provided by swissbib.ch to facilitate scientists and general library users access to the linked information. Additionally the infrastructure should be available and usable for any other project or service who wants to work on similar questions (catchphrase: “swissbib as a working bench”)

This first blog contribution reflects my current considerations and experiments for the selected tools part of the future infrastructure. Of course this is a work in progress. Contributions and suggestions are always welcomed.

I. General requirements for future tools and the infrastructure to be created by linked.swissbib.ch (and swissbib classic)

a) The software has to transform any kind of meta-data structure into another (meta-data) structure.

b) In general the chosen software should be reusable and expandable. The used development tools should be state of the art and future-proof (if this is at all possible in the software world…)

c) The software has to be Open Source – otherwise it is often difficult or nearly impossible for other parties or services to (re)-use it.

d) The software shouldn’t be in a phase of its infancy. Because of our really restricted resources we can’t afford to build a new software just from scratch. It should be demonstrated that it is already used by institutions in a similar way that we intend to use it with linked.swissbib.ch.

e) Ideally there should exist a community around the system which enables further development in the future.

f) The software for meta-data transformation should be usable not only by software developers.
People related to meta-data transformations in the library world (scripting knowledge is helpful but not necessary) should be able to define work-flows for their own purposes – recently I heard that the phrase “biblio information scientist” is sometimes used as an expression for such a group of people.

g) The software tools should be very scalable.

The mechanisms should be available on a desktop (for example a person in development of a workflow for metadata transformations) and at the same time it should be possible to use the same artifact on a cluster to process millions of items in reasonable time. Actually the classic swissbib content consists of around 20 million records (merged). We are in charge to include licensed article meta-data in the swissbib data-hub. This content (potentially between 30 -150 million descriptions) should also be transformed and serialized into a semantic RDF format.

II. Possible software alternatives to reach the defined goals


A. Infrastructure developed by the Culturegraph project (German National library)
 

One of the main components provided by Culturegraph is called MetaFacture which in turn comprises of three main parts: Framework, Morph and Flux. You can find a more detailed explanation of these parts on the Wiki of the software on Github .

To get to know and to evaluate the component I created my own repository on Github. There I included the sources of the lobid project

1) How are the main components of Culturegraph related to the general requirements defined above?

a) Framework:

The framework makes the solution re-usable and expandable. It defines general classes and interfaces which could be used by others (swissbib too) to extend the solution in a way it is required for their aims.

As an example for this: The metafacture-core component provides commands which are combined to FLUX – workflows (we will see the description of this later). These commands were extended by HBZ by some commands of their own to serve their needs.

Beside new commands being part of the workflow you can define new types as functions being part of the Metamorph domain specific language.

The same mechanism to write specialized functionality with dedicated commands beside the metafacture-core commands is used by the Culturegraph project itself. There already exist connectors for SQL databases, NoSQL stores like the often used Mongo store and to include Mediawiki content as part of the meta-data transformations.  All these repositories are available on Github

b) (Meta)-Morph transformation language

Morph is a Domain Specific Language to define Meta-Data transformations using XML.  Hereyou can find a larger example for a morph script which was build by HBZ to transform bibliographic MAB descriptions into RDF. For the result of this transformation (done by myself with the evaluation repository on Github)  look here

My guess (at the moment – I’m still in the phase of evaluation): Metamorph enables you to define at least most of the transformation required for our needs.
For most of the work,knowledge of

programming languages isn’t necessary. You have to know your meta-data structures and how you want to transform it.

General potential of Meta-Morph:
In the mid-term perspective I have in mind to use this kind of solution not only for transformations into RDF but for already existing processes in the classic swissbib service too (CBS FCV transformations and Search Engine – SOLR / Elasticsearch – document processing for example)

c) FLUX – create workflows for transformation processes

I would describe FLUX as a “macro language” (similar to macros in office programs) for the definition of processing pipelines. Here you can find an example.

The following picture will give you an overview and idea how heterogeneous article meta-data (provided by publishers) could be normalized in processes based on Metafacture.

 

To support the creation of FLUX work-flows (especially for non developers) HBZ implemented an Eclipse extension. This extension gives you suggestions for commands (together with their arguments) as part of whole work-flows. Additionally you can start a FLUX process under control of the extension. Fabian Steeg (HBZ and creator of the extension) wrote a helpful summary of the
metafacture-ide and metafacture-core out of his point of view.

2) Additional relations to the defined goals

As I tried to describe: the main parts of Metafacture (and extended components based on the core framework) addresses the requirements of the goals in a), b) and f)
(meta-data transformation / reusable, expandable and future proofed / not only for software developers)

But what about the other defined goals:

– The software is Open Source, originally developed by the Deutsche Nationalbibliothek and available via Github and Maven

– The software (Metafacture) isn’t in itsphase of infancy and a community has been established around it. Currentlydeployed as version 2.0,it is the heart of the linked data service provided by DNB. It is already re-used by other institutions for their services (especially HBZ for lobid.org serviceand SLUB Dresden for their EU financed “Data Management Platform for the Automatic Linking of Library Data„)

– The infrastructure should have the potential being very scalable.
Transformation processes of meta-data are currently often based on traditional techniques like relational databaseswhich is proven and mature. E.g. a lot of sophisticated meta-data transformation processes were created by swissbib classic in the last 5 years.
We don’t have in mind to throw away
thesepossibilities and collected experiences in the past. And even for the remarkable larger amount of meta-data for licensed articles we think it makes sense and it is possible to use it by increasing our (virtual) hardware.
But (probably soon) there comes the point in time where newer possibilities should be used (at least in parallel). These possibilities are often labeled with the catchphrase “Big Data” and behind these catchphrases are mostly Hadoop for distributed processing and distributed (NoSQL) storages like Hbase.

Because the Metafacture work-flows are stream-based (combining several modules in a chain) it is well prepared to run on a Hadoop Cluster. Culturegraph has already done this with their component called metafacture-cluster.
This technique made it possible for them to bring together all the bibliographic resources of all the library networks in Germany and to build clusters of equal or similar data (which is a foundation of their Linked Data service) – really fast. This is actually done by swissbib classic within our current data-hub based on traditional technologies (see above). Here you can find a more detailed view on the architecture of the current swissbib.
We have to keep this aspect (processing of really large amounts of data) in mind. Perhaps not immediately when it comes to article data but with greater probability if research data should be incorporated into a data-hub like swissbib.

B. Toolset developed by LibreCat (with Catmandu as the Backbone)



I don’t have any experience with LibreCat.

I spoke with a colleague (who is involved in the community) about the current status of the project and we tried to compare it on a very high level.

One sentence I still have in my mind:
Because Culturegraph is based on Java they (Culturegraph) use a lot of XML while Librecat (implemented in Perl) can do the same pretty much faster directly in the code.

 
I guess it’s true as long asit’s true… there are some misconceptions from my point of view:

a) There is no use of XML because the core of Metafacture is implemented in Java. Java and XML aren’t correlated in any way. Metafacture uses XML because it’s the mean (not more) to express the DSL (Domain Specific Language – Metamorph) used to define meta-data transformations. This makes it possible for people without advancedprogramming skills to define such transformations on a higher level.

b) a clear separation of implementation and definitions for meta-data transformations (the rules) is not unimportant to make the system in the long term better maintainable although it’s probably faster and easier to understand ‚for the developer itself‘ to implement transformations in Perl.
– maybe a very subjective point of view:
Today I wouldn’t implement a system with Perl. If a dynamic scripting language my recommendation would be something like Python or Ruby. Although things change pretty fast nowadays my impression is that Perl isn’t often used by younger people. It might be different in the ‚current‘ library world. But my assumption is it’s going to change in the future.
– Especially when it comes to the processing of large amounts of data – I wouldn’t use dynamic scripting languages. Execution performance is one thing. The other: the integration with clusters for large amounts of data is less supported.

Nevertheless: we should keep an eye on the development in the project. A noticeable group of people (able to contribute) is interested in the project and as I tried to depict it in my picture above:
I guess we could integrate it (if reasonable) in an infrastructure like Metafacture.

Another aspect: If it is possible to re-use the work for normalization of licensed article meta-data done by GBV we have to be “Java compatible”. If I’m not wrong the work is done on the basis of this programming language.

swissbib ist Teil des SUK-Programms 2013-2016

Nun ist es offiziell – swissbib läuft als Teil des SUK-Programms 2013-2016 P-2 „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung“!

Zusammen mit drei Projekten von switch und FORS wurden die swissbib-Schwesterprojekte „swissbib“ und „linked.swissbib.ch“ aus über 40 Projektanträgen ausgewählt und unter Auflagen genehmigt.
Während „swissbib“ auf den Betrieb und den Ausbau des bereits bestehenden Schweizer Metakatalogs swissbib abzielt, setzt sich „linked.swissbib.ch“ die Erweiterung von swissbib zu einem Service für verlinkte Metadaten zum Ziel. 
„swissbib“ läuft weiterhin unter der Federführung der UB Basel. „linked.swissbib.ch“ ist ein Kooperationsprojekt der Fachhochschulen Chur und Genf in Zusammenarbeit mit swissbib; den Lead übernimmt die HEG Genf.
Wir freuen uns auf die nächsten Jahre und die Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern in einem spannenden Umfeld!

swissbib und Heartbleed-Bug

Swissbib ist der einzige bibliothekarische Suchservice der Schweiz, der seit Ende Februar 2014 voll verschlüsselt ist. Damit stellt sich natürlich die Frage, ob der Service für den aktuell heiss diskutierten „Heartbleed“-Fehler anfällig war und es noch ist.

OpenSSL ist bei swissbib im Einsatz. Die von Ende Februar bis gestern eingesetzte Version gilt zwar als nicht verwundbar. Wir haben aber den Vorfall zum Anlass genommen, alle involvierten Systeme auf die aktuelle, ungefährdete Version zu heben. Ebenso wurden auf Anraten des URZ die eingebundenen Zertifikate präventiv ersetzt. Somit kann auf voller Linie Entwarnung gegeben werden.