Die Zukunft des Schweizer Metakatalogs swissbib / Le futur du métacatalogue swissbib

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Einiges wurde bereits berichtet, vieles blieb aber bislang noch offen: Wie geht es weiter mit swissbib nach dem Start der Swiss Library Service Platform SLSP am 1. Januar 2021? Nach einem Jahr intensiver Klärungsgespräche können wir nun erste konkrete Aussichten formulieren.

Metakatalog Schweiz und Discoveries

Ab dem 1. Januar 2021 wird SLSP das neue Discovery für Bibliotheksbestände in der Schweiz stellen. In einem ersten Schritt werden primär wissenschaftliche Bibliotheken aus den bisherigen Verbünden IDS und RERO darin enthalten sein. Danach ist jedoch geplant, die Teilnehmerbasis von SLSP kontinuierlich auszuweiten sowie über ein hybrides Verfahren auch Drittsysteme anzubinden. Auch die lokalen swissbib Discoveries werden migriert bzw. teilweise abgestellt:

  • swissbib orange für die Bestände der Bibliotheken in Bern und Basel wird durch SLSP bzw. Primo VE abgelöst.
  • swissbib blau: Die Vereinigung der Juristischen Bibliotheken der Schweiz (VJBS) hat sich entschieden, ihren Katalog einzustellen.

Eine gemeinsame Mitteilung der Direktion der UB Basel, des swissbib-Beirates und SLSP (16.01.2020) schildert die Details:

„Ablösung von swissbib grün durch SLSP

Ende 2020 wird die UB Basel die Dienste von swissbib einstellen im Zuge der Inbetriebnahme des nationalen Angebotes von Swiss Library Service Platform (SLSP). Die Mehrheit der in swissbib beteiligten Bibliotheken und der Grossteil der Schweizer Bibliotheksbestände werden von der SLSP Discovery-Lösung ab Go-Live oder in der «zweiten Welle» abgedeckt. Für die Einbindung weiterer Bibliotheken, die nicht planen SLSP beizutreten, sind Lösungen bzw. Produktentwicklungen seitens der Firma Ex Libris in Aussicht gestellt worden.

Mit dem Go-Live von SLSP Ende 2020 wird ein Grossteil der Hochschulbibliotheken und viele andere wissenschaftliche Bibliotheken der Schweiz über das Discovery-Tool von SLSP auf Netzwerkebene recherchierbar sein. Diese Oberfläche ermöglicht auch einen direkten Zugang zu allen elektronischen Beständen und eine nahtlose Anbindung an alle Benutzungsfunktionalitäten inkl. Kurier.

In einer «zweiten Welle» sollen weitere Hochschul- und wissenschaftliche Bibliotheken zu SLSP stossen und ebenfalls in das Discovery eingebunden werden. Hierzu gehören andere Einrichtungen, die bereits Alma nutzen (beispielsweise Alexandria-Verbund) sowie weitere Bibliotheken, die einen Systemwechsel zu Alma planen (beispielsweise Bibliotheksverbund Graubünden, St. Galler Bibliotheksnetz, Liechtensteinische Landesbibliothek und Sistema Bibliotecario Ticinese).

Allerdings kann nicht davon ausgegangen werden, dass sämtliche von swissbib abgedeckten Bibliotheken von dieser «zweiten Welle» erfasst werden können. Somit wird es auch mittelfristig Bibliotheken geben, die nicht über das Discovery von SLSP recherchierbar sind. Hier handelt es sich voraussichtlich um kleinere bis mittelgrosse Kantonsbibliotheken sowie wissenschaftliche Spezialbibliotheken, die nicht Alma als Bibliothekssystem einsetzen. Um diese Drittsysteme nahtlos und ohne grossen technischen Aufwand in das schweizweite Discovery einzubinden, braucht es weitere Produktentwicklungen bei der Firma Ex Libris. Diese werden von Ex Libris in Aussicht gestellt, allerdings ohne Nennung eines konkreten Termins. Der zumindest vorübergehende Ausschluss dieser Bibliotheken aus dem nationalen Rechercheportal wird vom swissbib-Team an der UB Basel und dem Beirat von SLSP bedauert.

Allerdings hält SLSP am Ziel eines schweizweiten Discovery-Tools für alle wissenschaftlichen Bibliotheken fest und wird die Entwicklungen bei Ex Libris eng verfolgen. Idealerweise könnte die Bildung eines hybriden Discoveries (also mit Einbindung von Drittsystemen) direkt im Anschluss an die oben genannte «zweite Welle» in Angriff genommen werden.

Marie-Christine Doffey (Direktorin Schweizerische Nationalbibliothek) und Martin Good (Direktor BCU Fribourg) bedanken sich im Namen des SLSP Verwaltungsrates und SLSP Beirats beim swissbib Team für den ausgezeichneten und zuverlässigen Service von swissbib grün, den die Basler Kolleginnen und Kollegen während vieler Jahre zur Verfügung gestellt haben. Aus nationaler Sicht ist bzw. war swissbib ein Vorzeigeprojekt, das einerseits innovative technische Entwicklungen aufgegriffen und vorangetrieben hat, und andererseits für die Kundinnen und Kunden über alle Bibliotheksverbünde hinweg eine einheitliche Suchoberfläche angeboten hat.

Eine abschliessende Würdigung der Leistungen des swissbib Teams und ein Dankeschön an alle teilnehmenden Bibliotheken für ihre regelmässigen Datenlieferungen und grosszügige finanzielle Unterstützung während der letzten zwei Jahre soll gesondert und gegen Ende des Jahres erfolgen.“

Nationallizenzen und Private User Remote Access (PURA)

Mit der am 29. November 2019 durch SLSP publizierten Mitteilung, dass der operative Teil des Konsortiums der Schweizer Hochschulbibliotheken in SLSP integriert wird, ist bestätigt, dass die Nationallizenzen künftig auch im SLSP-Discovery implementiert werden. Der jüngste Service von swissbib – Private User Remote Access PURA – kann durch den Einsatz von SWITCH edu-ID in SLSP ebenfalls realisiert werden. Für Details dazu empfehlen wir die direkte Kontaktaufnahme mit SLSP.

Schnittstellen zu den bibliografischen Metadaten

swissbib bietet heute neben den Discoveries auch offene Schnittstellen verschiedenster Art für den Metadatenbezug an. Diese können ab Ende 2020 von uns nicht weiter bedient werden (das genaue Datum werden wir noch kommunizieren). Den automatischen Datenexport nach WorldCat wird SLSP eigenständig weiterführen, auch die Anbindung an das Kartenportal bleibt bestehen.

Weitere Daten- und Schnittstellennutzer bitten wir, sich direkt bei SLSP zu melden, um die Möglichkeiten und Konditionen für den Metadatenbezug zu klären.

Know-How (und dessen Weitergabe) im Bereich Dataprocessing

Die Personen hinter swissbib waren in den vergangenen Jahren rege im Bereich der Weitergabe ihres Know-Hows unterwegs – an Tagungen und in verschiedenen Weiterbildungskursen wurden die Erfahrungen und Services präsentiert und erläutert. Diesen Geist möchten wir uns bewahren. Die im Rahmen von swissbib erarbeiteten Skills im Bereich Dataprocessing und Datentransformation und -anreicherung wird die Universitätsbibliothek Basel in Zukunft in anderen Projekten einsetzen und nachnutzen können.

swissbib version 5

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Seit etwas mehr als zwei Monaten stellt swissbib Schritt für Schritt auf Version 5 um. Viele Komponenten der Software, die swissbib bilden, wurden aktualisiert.

Benutzeroberfläche (VuFind)

Für unsere Benutzeroberfläche verwenden wir die Open-Source-Software VuFind. Mit dem jüngsten Update arbeiten wir nun mit VuFind Version 5. Dieses Update bringt für swissbib folgende wichtigsten Verbesserungen mit sich:

  • VuFind 5 ist vollständig kompatibel mit der Bibliotheksverwaltungssoftware Alma von Ex Libris. Durch die Verwendung der APIs von Alma ist es nun auch möglich, direkt in VuFind Ausleihen einzusehen, Dokumentenlieferungen aufzugeben, ein neues Konto zu erstellen usw. Dies könnte nicht nur bei den heute bereits im Einsatz befindlichen Alma-Systemen (bspw. Alexandria-Verbund, Nationalbibliothek) helfen, sondern auch beim kommenden Verbund SLSP.
  • Dank verschiedener Optimierungen ist VuFind 5 schneller als seine Vorgängerversion. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass auch das von VuFind verwendete Zend Framework aktualisiert wurde. Die heute eingesetzte Version 3 von Zend hat ebenfalls wichtige Weiterentwicklungen zu seinen Vorgängern erfahren.
  • VuFind 5 ist mit dem neuen Europäischen Datenschutzgesetz (DSGVO) kompatibel.
  • Viele weitere Verbesserungen sind online dokumentiert.

Suchmaschine (Apache Solr)

Für unsere Suchmaschine verwenden wir die Open-Source-Software Apache Solr. Wir arbeiten nun mit der Version 7.3 dieser Software (statt der Version 4). Derzeit verfügt swissbib über 30 Millionen Dokumente. Bisher haben wir eine „Master-Slave“-Konfiguration verwendet, d.h. die 30 Millionen Dokumente wurden auf jede Maschine kopiert, die als Suchmaschine diente. Dabei stiessen wir an die Grenzen der Machbarkeit einer solchen Architektur. Beim Upgrade auf Version 7 verwenden wir nun eine SolrCloud-Konfiguration. Das bedeutet, dass die Suche auf mehrere Maschinen verteilt wird. Derzeit setzen wir 4 Maschinen ein, die etwa 7,5 Millionen Dokumente enthalten. Dies ist zwar etwas komplizierter zu konfigurieren, hat aber den grossen Vorteil, dass bei zunehmender Dokumentanzahl einfach Maschinen zur Beibehaltung der Performance hinzugefügt werden können.

Linked Data

Auch die Prozesse, die die swissbib-Daten in verknüpfte Daten umwandeln, wurden aktualisiert, insbesondere die Software Metafacture 5, was bereits dazu geführt hat, dass doppelt so viele Autoren in swissbib mit Wikipedia verknüpft sind (vgl. früheren Blog-Artikel zu den Knowledge Cards). Um dies zu sehen, klicken Sie einfach auf das kleine „i“ neben dem Namen eines Autors, z.B. https://www.swissbib.ch/Record/162961022.

Ausblick

Nach diesen wichtigen Updates unserer Infrastruktur sind wir nun in der Lage, neue Funktionen viel einfacher zu implementieren. Einige unserer Projekte der kommenden Monate:

  • Anzeige der Dokumentenverfügbarkeit direkt in der Ergebnisliste
  • Hinzufügen einer Kantons-Facette mit einer Unterfacette je Bibliothek, die es ermöglicht, die Suche gezielt nach Bibliotheken einzuschränken
  • Deutliche Zunahme der Anzahl an Links zwischen den in swissbib präsentierten Autoren (Knowledge Cards) und ihren Entsprechungen auf Wikipedia
  • Verbesserung der Suchqualität und der Vorschläge, wenn keine Ergebnisse gefunden wurden
  • Bessere Dedublierung der Ergebnisse
  • Möglichkeit der Abstimmung und Anreicherung von Daten mit swissbib über OpenRefine und data.swissbib.ch

swissbib mit Personen- und Themeninformationen / Des informations sur les personnes et les sujets dans swissbib

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Auf swissbib.ch stehen drei neue Elemente zur Verfügung, die das Funktions- und Informationsangebot deutlich erweitern.

  • Knowledege Cards für Personen und Themen können während der Recherche über Info-Buttons aufgerufen werden und ermöglichen eine schnelle Orientierung zu einer Person oder einem Thema.
    Zum Beispiel bei dieser Aufnahme: http://www.swissbib.ch/Record/404663893
  • Personen- und Themenseiten enthalten weiterführende Informationen zu einer Person oder einem Thema. Neben den zusätzlichen Angaben sind hier auch Sucheinstiege vorhanden, die eine explorative Suche ermöglichen. So können zum Beispiel Personen mit dem gleichen Genre oder Medien zu untergeordneten Themen entdeckt werden.
    Zum Beispiel:
    Personenseite von Dámaso Alonso
    Themenseite zu Historisches Drama
  • Erweiterte Autocomplete-Funktion, die bei der Eingabe neben Titeln auch VerfasserInnen sowie Themen zur Suche vorschlägt und direkt die Suche in diesen Feldern ermöglicht.

Diese Elemente wurden im Rahmen des Projekts linked.swissbib.ch erarbeitet und wurden nun in Zusammenarbeit mit der Firma Outermedia in swissbib.ch integriert.
Basis dafür ist die Transformation der swissbib-Daten in ein RDF-Serialisat sowie die Verlinkung und Anreicherung der Daten. Datenquellen für die angereicherten Daten zu Personen sind DBpedia und VIAF, sofern sie auf akzeptablem Qualitätsniveau sind. Für die Themen werden die Angaben aus der Gemeinsamen Normdatei (GND) bezogen.

Weitere Hintergrundinformationen für Interessierte finden Sie im swissbib Wiki unter Integration linked. Dazu ist linked.swissbib.ch Quellecode auf Github verfügbar.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Entdecken der neuen Möglichkeiten und sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen!

Was ist neu in swissbib? / Quoi de neuf dans swissbib?

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Liebe Blogleserinnen und Blogleser
In diesem Jahr war es relativ ruhig auf unserem Blog! Dabei gibt es eine Menge neue Funktionen, die wir schon längst vorstellen wollten. Mit dem hier folgenden Überblick holen wir das nun nach. Wir freuen uns auf eure kundige Einschätzung und euer Feedback.

Datenquellen

Die Dokumente der folgenden Quellen sind neu in swissbib zu finden:

Bis zum Jahresende werden wir ausserdem noch die folgenden Quellen integrieren:

  • Die im Volltext frei zugänglichen Dokumente der Forschungsplattform Alexandria der Universität St. Gallen.
  • Der Bestand der Kantonsbibliothek Thurgau

Nationallizenzen

Seit einigen Monaten haben Nutzer mit einem ständigen Wohnsitz in der Schweiz Zugang zu über 6 Millionen Dokumenten aus dem Projekt Nationallizenzen. Der Zugang und die Registrierung erfolgt über swissbib, in Partnerschaft mit dem Projekt SWITCH edu-ID (in swissbib anschauen).

Über die Nationallizenzen wird zudem die Open-Access-Publikation von Artikeln ermöglicht, die von Autoren, die einer Schweizer Institution angegliedert sind, verfasst wurden. Die betroffenen Metadaten und Volltexte wurden von swissbib aufbereitet und über RERO DOC veröffentlicht. Die Daten stehen auch für die Integration in die Institutionellen Repositories der Schweizer Hochschulen zur Verfügung.

Weitere Informationen sind in unserem Schlussbericht zum Projekt Nationallizenzen zu finden.

Linked Open Data

Das Projekt linked.swissbib.ch wurde Ende April 2017 abgeschlossen. Wir sind gegenwärtig damit beschäftigt, die Projektergebnisse im Hinblick auf eine Integration in swissbib zu konsolidieren.

Ein wichtiger Schritt war die Identifizierung und Kennzeichnung der offenen Metadaten. Wir freuen uns, dass inzwischen 85 % aller Daten von swissbib als Public Domain zugänglich sind (anschauen).

Für die Neugierigen unter euch: Werft gerne einen Blick auf data.swissbib.ch und linked.swissbib.ch, um zu sehen, was euch zukünftig erwartet. Die Portale sind aber erst als Beta-Version veröffentlicht. Wir befinden uns noch in der Konsolidierungsphase.

In einer Artikelserie in unserem Blog haben wir die verschiedenen Prozesse beschrieben. Ausserdem wurde ein Artikel zum Thema Interlinking Large-scale. Library Data with Authority Records publiziert.

Neue Funktionen

  • Verbesserte Facettensuche: Es ist neu möglich, Suchbegriffe durch Klicken auf das Kreuz rechts des Begriffs auszuschliessen. Mehrere gewählte Themen werden durch UND verknüpft. Die anderen Begriffe (Autoren, Sprache usw.) werden durch ODER verknüpft. Die gewählten sowie die ausgeschlossenen Suchbegriffe sind im Bereich «Filter löschen» sichtbar (weitere Informationen).
  • Verbesserte Anzeige der Hierarchie in den Archivbeständen: Zahlreiche Archivbestände sind in einer hierarchischen Struktur geordnet. In bestimmten Fällen kann diese Struktur im Reiter «Archive/Bestände» in swissbib angezeigt werden. (Beispiel).

Informationen zum System

  • Unser Datenverarbeitungstool CBS läuft inzwischen auf Version 8.
  • Das Update zur Version 4 unseres Discovery Tools VuFind ist praktisch abgeschlossen.
  • Alle unsere Server laufen nun unter Ubuntu 16.04.
  • Wir haben ein neues Statistik-Tool eingeführt, das auf der Analyse der Logs mit Elastic, LogStash und Kibana basiert.
  • Wir haben Sahi für automatisierte Tests der Web-Interfaces eingeführt.

Strategie und Zukunft von swissbib

Ende März 2018 wird die Finanzierung von swissbib durch swissuniversities auslaufen. Gegenwärtig sind wir dabei ein Modell der direkten Finanzierung durch die Bibliotheken einzuführen. Ausserdem planen wir die Integration von swissbb in die Swiss Library Service Platform (SLSP).

In diesem Rahmen:

Und zum Schluss noch einige Zahlen

swissbib zählt heute:

  • Über 30 Millionen Dokumente
  • Über 100 Millionen Exemplare, die in Schweizer Bibliotheken, Archiven oder online zugänglich sind
  • 90’000 Besucherinnen und Besucher pro Monate, die in dieser Zeitspanne 1,3 Millionen Seiten besuchen
  • 5 Personen, die am Projekt arbeiten (das Pensum entspricht 3 Vollzeitstellen)

Quoi de neuf dans swissbib ?

Bonjour à tous !
Notre blog a été assez silencieux cette
année. Néanmoins, nous avons mis en œuvre toute une série de nouvelles
fonctions pour vous. Voici un petit récapitulatif.

Sources de données
Les sources suivantes ont désormais leurs documents dans swissbib :

Le nouveau réseau vaudois Renouvaud (voir dans swissbib).
La totalité du réseau d’achives et manuscrits HAN (voir dans swissbib

Wieder tagesaktuell in swissbib: Bibliotheksverbund Alexandria

Der Bibliotheksverbund Alexandria umfasst 20 Bibliotheken inner- und ausserhalb der Schweizerischen Bundesverwaltung mit gut 1.3 Millionen Exemplaren. Als erster Verbund in der Schweiz wechselte Alexandria Ende 2013 auf ein cloudbasiertes Verwaltungssystem, das Bibliotheksmanagementsystem Alma der Firma Ex Libris. Swissbib konnte deshalb die Bestände vorerst nicht mehr aktualisieren (siehe die Meldung im swissbib-blog).
Seit zwei Wochen werden die Bestände der Bibliotheken in Alexandria wieder tagesaktuell in swissbib nachgewiesen. Wir haben damit erfolgreich ein neues Bibliothekssystem der dritten Generation integriert. Dass es beinahe zwei Jahre dauerte, liegt einerseits am neuen Bibliothekssystem, dessen Schnittstelle die Anforderungen noch nicht erfüllte. Anderseits verlangsamten personelle Wechsel bei swissbib und andere Projekte wie beispielsweise die neue Oberfläche in responsive design die Integrationsarbeiten.
Damit werden sämtliche Datenquellen in swissbib wieder regelmässig aktualisiert. Die gewonnenen Erfahrungen sind für zukünftige Systemwechsel in der Schweiz nützlich, sowohl für Verbünde wie für das Projekt swissbib.

Archivbestände und Handschriften in swissbib

Seit November in swissbib:

Diese und weitere hunderte Nachlässe und Archivbestände sowie tausende mittelalterliche und neuzeitliche Handschriften, Briefe, Manuskripte, Musikhandschriften, Fotografien und weitere Objekte werden im Verbund HAN erschlossen. Swissbib hat einen Teil dieser Archivdatenbank integriert, die Aufnahmen von Beständen und alle digitalisierten Dokumente. Damit werden einzigartige Bestände in Schweizer Bibliotheken sichtbarer.
In swissbib finden sich weitere Archivbestände und Handschriften, beispielsweise die digitalisierten Fotografien aus dem Schweizerischen Literaturarchiv und anderen Sammlungen der Nationalbibliothek oder die hochwertig digitalisierten Handschriften der virtuellen Handschriftenbibliothek e-codices. Laufende Verbesserungen und die weitere Integration von Archivbeständen sollen swissbib auch zu einem Fenster auf die reichen und einzigartigen Sammlungen der Schweiz machen.

swissbib als nationaler "datahub"

Als nationaler Katalog ist swissbib mehr als „nur“ eine Benutzeroberfläche für die schweizweite Suche. Der „swissbib-datahub“ besteht aus einer Reihe von quelloffenen und kommerziellen Komponenten, welche die bibliografischen Daten von Schweizer Verbundssystemen, Repositories und Archiven oder digitalen Bibliotheken einsammeln, zu einer einheitlichen Datenbasis verarbeiten und für diverse Such- und Datendienste ausgeben. Die offene und klar geschichtete Architektur erweist sich dabei für eine flexible Weiterentwicklung des Dienstes als grossen Vorteil.

Mit der Integration von BORIS ist die Zahl der in swissbib nachgewiesenen Datenquellen (Verbundssysteme von Bibliotheken, Repositories und digitalen Bibliotheken) auf 20 angewachsen. Die Datenbasis ist damit permanent gewachsen, im Juni 2015 sind über 21 Millionen Datensätze indexiert, die Anzahl nachgewiesener Exemplare ist weit höher. Den inhaltlich grössten Beitrag an swissbib leisten die Bibliotheksverbünde, allen voran NEBIS, gefolgt vom Westschweizer Verbund RERO und dem IDS Basel Bern. Nach weiteren Verbünden und der Schweizer Nationalbibliothek folgen digitale Bibliotheken und Repositories wie ZORA, retro.seals oder die Digitalisate von HelveticArchives. Als kleines, aber inhaltlich feines Schlusslicht werden mit e-codices auch digitalisierte Handschriften aus Schweizer Bibliotheken nachgewiesen.

Der „swissbib-datahub“ wird sich in dieses und nächstes Jahr weiterentwickeln, wachsen und auch an neue Gegebenheiten anpassen müssen:

  • Die Teilverbünde des „Informationsverbunds Deutschschweiz (IDS)“ und die Nationalbibliothek steigen dieses Jahr auf das neue internationale Erschliessungsregelwerk „Resource Description and Access (RDA)“ um. Diese Internationalisierung bringt nicht nur neue Regeln, sondern auch erweiterte Datenstrukturen und neue Inhalte. Swissbib wird die Erweiterungen nachziehen.
  • Die Integration weiterer Datenquellen ist in Planung. Vorgesehen sind u.a. die Kantonsbibliotheken Schaffhausen und Thurgau und kleinere Verbünde, weitere universitäre Repositories sowie nationale und regionale Bibliografien.
  • Bereits jetzt finden sich Archivbestände in swissbib, dieser Bereich soll in Zukunft ausgebaut werden. Bereits in den nächsten Monaten testen wir den Umgang mit Beständen des Verbunds „Handschriften – Archive – Nachlässe (HAN)
  • Qualitative Verbesserungen der Datenbasis beinhalten Verlinkungen, verbesserte Dedublierungen und einheitlichere Autorenansetzungen.

    Neuerungen in der swissbib-Oberfläche

    Seit etwa zwei Wochen ist unsere neue Oberfläche als Responsive Design live. Wir danken für die vielen positiven und gelegentlich auch kritischen Kommentare. Auch aufgrund von Feedbacks konnten wir einige Verbesserungen umsetzen:

    • Die wichtigste Änderung betrifft die Ansicht „Exemplare„. Einzelne Bibliotheken und Gruppen sind besser dargestellt und können auf- und zugeklappt werden. Die Ansicht ist neu auch für kleine Geräte optimiert, auf Smartphones wird die Tabelle als Liste dargestellt.
    • Für die Verbünde NEBIS und IDS Luzern müssen wir wieder auf die klassischen Aleph-Kataloge verlinken, da die Katalogsoftware Primo aktuell keine Anmeldung nach Permalinks ermöglicht.
    • Weitere Tabellen wie beispielsweise in der „Suchhistorie“ sind für die Ansicht auf kleinen Geräten verbessert.
    • Fehler bei der Darstellung von grossen Vorschaubildern wurden korrigiert, ebenso verschiedene Probleme mit Format-Icons.
    • Die Darstellung der „Erweiterten Suche“ wurde optimiert, um die Lesbarkeit auch von langen Einträgen zu garantieren.
    • Die Navigation in der Trefferliste „Weitere Ausgaben“ wurde verbessert und ein „Breadcrumb“ hinzugefügt.
    • Die Metadaten des Zürcher Uni-Repositorys „ZORA“ wurden aktualisiert und Fehler bei Formaten korrigiert.

    Der Quellcode dieses Releases findet sich wie immer auf unserem Software-Repository github/swissbib.

    swissbib live mit Responsive Design

    Seit Montagmorgen 11. Mai 2015 ist unser Katalog www.swissbib.ch mit neu gestalteter Oberfläche in Responsive Design verfügbar. Detaillierte Informationen zum neuen Design finden Sie im letzten Blogpost. Der Umstieg lief ohne Schwierigkeiten, kleinere Fehler konnten im Verlauf des Morgen behoben werden. Bei Fragen oder Problemen können Sie das swissbib-Team jederzeit via Feedback-Funktion kontaktieren.

    Der regionale Katalog baselbern.swissbib.ch steht den Studierenden und allen Benutzerinnen bereits seit letzter Woche im neuen Design zur Verfügung, der juristische Fachkatalog jus.swissbib.ch wird im Verlauf dieses Monats umstellen. Damit schliessen wir ein Projekt ab, welches das Team lange und intensiv beschäftigt hat. Die frei gewordenen Kräfte stecken wir in laufende Projekte und Entwicklungen. Unter anderem zu nennen sind dabei:

    • Weiterentwicklung unserer Oberflächen und Suchfunktionalitäten
    • Integration weiterer Verbünde und Repositorien in swissbib
    • Aufbau einer Infrastruktur zur Transformation der bibliografischen Daten von swissbib in ein linked-data-Format und der Integration ins semantic web (linked.swissbib.ch)
    • Anpassung der bibliografischen Daten an das neue Regelwerk RDA Resource Description and Access (Wikipedia: Resource Description and Access)

    Wir wünschen weiterhin gute Recherche mit swissbib und viel Freude an Design und Funktionalitäten.